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Die Winzlinge - Operation Zuckerdose
Die Winzlinge - Operation Zuckerdose
© Tobis Film

Kritik: Die Winzlinge - Operation Zuckerdose (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Dieser ungewöhnliche, sehr originelle Kinderfilm entführt sein Publikum in den Mikrokosmos einer Blumenwiese und anderer Naturlandschaften, in denen animierte Insekten ein aufregendes Abenteuer erleben. Anders als in "Arthur und die Minimoys", an den die Idee entfernt erinnert, gibt es keine Fabelwesen und Menschen kommen nur ganz am Anfang vor. Dass sie jedoch nicht weit sind, bemerken die Tiere anhand zahlreicher zurückgelassener Gegenstände und auch eines Autos auf einer Serpentinenstraße, die sie überqueren. Der von Thomas Szabo und Hélène Giraud inszenierte Film wird ganz ohne Worte erzählt. Die Insekten kommunizieren dennoch per Lautsprache wie Menschen und sind sogar fähig, zu träumen. Das französische Regie- und Autorenpaar bleibt mit diesem Spielfilmabenteuer dem Konzept ihrer TV-Serie "Minuscule" treu und versetzt die animierten Tierfiguren in eine reale Naturumgebung.

Es macht durchaus Sinn, die wilden Verfolgungsjagden, die sich die Insekten liefern, in 3D anzuschauen. Denn schon allein die bunten Blumenwiesen, die Berge und Bachlandschaften sind eine wahre Augenweide. Beim Dreh in zwei südfranzösischen Nationalparks nahm die Kamera nicht nur die großen Panoramen, sondern auch einzelne Steine und Pilze genau ins Visier. Das häufig musikalisch unterlegte Abenteuer verläuft über mehrere Tage und Nächte, bei Sonnenschein, Mond und Regen, an Land, unter Wasser und in der Luft. Die Animationsfiguren mit ihren weißen Knopfaugen bilden einen hübschen Kontrast zu dieser echten Umgebung. Wie reale Insekten kommen sie ohne Mimik aus, wirken aber verblüffend lebhaft. Mit komischen Pfeiflauten und Trompetentönen tauschen sie sich auf witzige und leicht verständliche Weise aus.

Der Humor ist wie die ganze Geschichte ebenfalls diesem eigentümlichen Kontrast aus Fantasiewelt und Naturerkundung unterworfen. Wenn die Ameisen zum Beispiel die Zuckerdose eine kleine Steinmauer hinauf hieven, ist das zwar fiktiv übertrieben, zeigt aber doch sehr plastisch, welche gewaltigen Hindernisse die Insekten in der Natur überwinden müssen. Furchterregende Fische, Frösche und Eidechsen trachten den Winzlingen nach dem Leben, die sich aber auch eine mittelalterliche Schlacht um eine Ameisenburg liefern. Aus der Menschenwelt geliehen ist auch eine Miniatur des "Psycho"-Hauses, in dem sich eine Spinne gemütlich eingerichtet hat. Auf einer Wiese oder am Bach gibt es so viel zu entdecken, lautet die charmant metaphorische Botschaft dieses Actionabenteuers, und wenn man genau hinhört, dann geht es so lebhaft zu wie im Straßenverkehr einer Großstadt: Die Fliegen können hier jedenfalls so laut aufdrehen wie PS-starke Motorräder.

Fazit: Dieser französische Kinderfilm überrascht mit einer sehr originellen Kombination aus realen Landschaften und animierten Insektencharakteren. Die Abenteuergeschichte eines Marienkäfers und seiner Ameisenfreunde beflügelt die Fantasie des jungen Publikums und serviert ihre Botschaft der Liebe zur Natur mit lustigem Charme.





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