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Kritik: Trash Detective (2013)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Trotz seines dörflichen Schauplatzes beginnt Maximilian Bucks Krimi alles andere als beschaulich: Das Publikum wird gleich zu Anfang mit der wohl unsympathischsten Seite des Protagonisten Uwe Krollhass konfrontiert und darf den Münchener Schauspieler Rudolf Waldemar Brem dabei bewundern, wie dieser im antrainierten Schwäbisch flucht und schimpft, als gäbe es kein Morgen. Dieser raue Ton soll zwar den ganzen Film wie ein roter Faden durchziehen, doch Buck bemüht sich auch darum, seinem dauerbesoffenen Antihelden mit voranschreitender Laufzeit ein wenig Menschlichkeit abzuringen.

Wirklich tief in die Psyche seiner Figuren dringt der Regisseur dabei allerdings nie vor, Uwe Krollhass und die restlichen Dorfbewohner des kleinen Ortes Matringen bleiben Typen, die in ihrer Funktion schnell umrissen sind und wenig darüber hinaus zu bieten haben. Das stört vor allem während des ersten Drittels von "Trash Detective" jedoch kaum, denn die sich überschlagenden Ereignisse, die skurrilen Figuren sowie die düstere Inszenierung sorgen für unterhaltsame Abwechslung sowohl vom Krimi-Einerlei als auch von den gutmütigen Mundartkomödien der letzten Jahre.

Trotz der gelungenen, finsteren Bilder von Christian Trieloff sowie einem zwar nicht überragenden, aber durchaus charismatischen Hauptdarsteller kann "Trash Detective" aber nicht über seine zahlreichen Schwächen hinwegtäuschen und beginnt rasch zu ermüden. Das Drehbuch erweist sich als unkoordinierte und mitunter chaotische Angelegenheit, deren dramaturgische Mankos von der Regie noch verstärkt werden: Mal entfalten sich die Ereignisse völlig überstürzt, dann wieder folgen zähe Szenen, denen es an Tempo mangelt. So bleibt diese Groteske nicht mehr als eine Fingerübung mit vielversprechenden Ansätzen, die bei Weitem nicht an filmische Vorbilder wie "Fargo" oder vergleichbare Produktionen wie Thomas Woschitz "Bad Luck" heranreicht.

Fazit: Trotz der wunderbar finsteren Bilder sowie einem charismatischen Hauptdarsteller schwächelt diese Groteske spätestens nach dem ersten Drittel. Regie und Drehbuch erweisen sich als allzu unkoordiniert und lassen an Tiefgang und Rhythmus gleichermaßen vermissen.





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