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Table 19 - Liebe ist fehl am Platz
Table 19 - Liebe ist fehl am Platz
© 20th Century Fox

Kritik: Table 19 - Liebe ist fehl am Platz (2017)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Bereits in der Highschool-Dramödie "Rocket Science" arbeitete der 1969 geborene US-Drehbuchautor und -Regisseur Jeffrey Blitz mit Anna Kendrick zusammen; nun kommt es mit "Table 19" zu einer erneuten Kollaboration. Das Ergebnis ist ein grundsympathischer, witziger und zugleich berührender Film, in welchem die wie üblich starke Hauptdarstellerin von einem herrlichen Ensemble flankiert wird.

Die Figuren, die sich an Tisch Nr. 19 einfinden, sind zunächst ganz eindeutig typisiert; alle Beteiligten werden in kurzen Szenen eingeführt, in welchen sie ihre Einladungen zur Hochzeit erhalten. Die Protagonistin Eloise wird dabei etwa als Chaotin gekennzeichnet, die sich nicht recht zwischen Zu- oder Absage zu entscheiden vermag – was Blitz und Kendrick in einer virtuosen kleinen Comedy-Nummer anschaulich machen. Im Laufe der durchaus nicht immer vorhersehbaren Geschehnisse entwickelt das Sextett indes eine erstaunliche Tiefe. Neben den Strängen um Eloise und um die einsame Ex-Nanny Jo sind vor allem die Erfahrungen des Ehepaars Jerry und Bina ein Beispiel dafür, wie es dem Werk gelingt, mit unaufdringlichem Humor tragikomische (Lebens-)Geschichten in all ihrer enervierenden Kompliziertheit zu erzählen: Da können vermeintlich banale Dinge wie eine Facebook-Freundschaftsanfrage oder das Nachspüren der Such-Chronik zu einer schwierigen Beziehungskrise führen. Blitz versteht es zudem, Running Gags clever einzusetzen (Stichwort: Binas Blazer!) und stets die Balance zwischen Spaß und Ernsthaftigkeit zu halten.

Anna Kendrick ("Up in the Air", "Pitch Perfect") stellt als Heldin abermals ihr Charisma unter Beweis: Als Zuschauer_in fühlt man rasch mit Eloise mit – man begreift die Frustration, das Hadern und Hoffen der jungen Frau. Stephen Merchant (welcher durch die RomCom "Das hält kein Jahr ...!" auf dem Gebiet der turbulenten Hochzeitsfeierlichkeiten schon erprobt ist) und der aus "Grand Budapest Hotel" bekannte Tony Revolori liefern souveräne Leistungen, Lisa Kudrow ("Friends") und Craig Robinson ("The Office") haben als Eheleute eine stimmige Chemie – und June Squibb ("Nebraska") gibt eine hinreißende Vorstellung als ehemaliges Kindermädchen, das fest daran glauben möchte, mit ihrer Tätigkeit einen Eindruck hinterlassen zu haben.

Fazit: Eine durchweg liebenswerte Tragikomödie mit glaubwürdigen Figuren und Konflikten – obendrein gut besetzt und hingebungsvoll gespielt.





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