VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder
When The Game Stands Tall
When The Game Stands Tall
© Sony Pictures

Kritik: When The Game Stands Tall (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 1 / 5

Das Sportdrama "When the Game Stands Tall", das auf dem gleichnamigen Buch von Neil Hayes basiert, setzt dem legendären amerikanischen Football-Trainer Bob Ladouceur ein filmisches Denkmal. Regisseur Thomas Carter konzentriert sich in dieser sehr klischeehaften Genre-Inszenierung auf die Saison, in der die High-School-Mannschaft De La Salle Spartans ihre Rekordserie von 151 Siegen in Folge nicht mehr verlängern kann. In dieser kritischen Phase kommt es ganz besonders auf das Engagement des Trainers an, denn sein Team ist zutiefst verunsichert.
Amerikanische Spielfilme über Baseball- und Football-Teams haben es hierzulande generell nicht leicht: Diese Sportarten bleiben vielen Europäern ein Buch mit sieben Siegeln. Aber gerade die US-Sportdramen erzählen oft spannend vom Aufstieg aus sozialer Benachteiligung, von Teamgeist und hart erarbeitetem Erfolg. Zwar basiert dieser Film auf einer wahren Geschichte, aber er fügt dem Genre nichts Neues hinzu. Wer kein ausgesprochener Football-Fan ist, wird daran vermutlich wenig Freude haben. Der Trainer, der im Abspann auch als Realfigur auftaucht, ist ein hölzerner, intellektuell wirkender Typ, der seine Motivations-Predigten eigenartig monoton herunterleiert. Jim Caviezel spielt Ladouceur offensichtlich realitätsnah, aber wenig attraktiv. Zwar hält er seine Ansprachen vor und nach den Spielen in ruhigem Ton, aber seine Worte sind trotzdem salbungsvoll. Mit peinlicher Penetranz wird auf altbekannte Weise das Leistungsprinzip hochgehalten, an den Teamgeist der Sportler appelliert und sogar das Offenlegen von Gefühlen erwartet. Um den Spielern zu zeigen, wie sich Menschen aufrappeln, die wirklich am Boden liegen, besucht der Trainer mit dem Team eine Rehaklinik für Kriegsversehrte. Um die Klischees nicht abreißen zu lassen, hat Ladouceur daheim auch eine treue, fürsorgliche Ehefrau (Laura Dern), aber natürlich viel zu wenig Zeit für sie. Das bereitet ihr Kummer, jedoch liegt ihr sein Glück sehr am Herzen.
Ladouceur betet den High-School-Schülern ständig vor, es gehe hier nicht um den Sport, nicht um den Sieg, sondern darum, ein verlässliches Mitglied der Gesellschaft zu werden. Aber tun sich männliche Jugendliche mit dieser Entwicklung wirklich so schwer, dass sie dafür aufs Football-Feld müssen? Dort geht es, ganz regelkonform, hart zur Sache, wenn sich die behelmten Kraftpakete aus vollem Lauf gegenseitig rammen. Es gibt vermutlich gesündere Sportarten als diese. Die realen Erfolge dieses Trainers sind zwar über jeden Zweifel erhaben, der Film aber kann nicht überzeugen.

Fazit: Der Held dieses Football-Dramas ist der Trainer Bob Ladouceur, der eine kalifornische High-School-Mannschaft zu einer Rekordserie von 151 Siegen in Folge führte. Der Spielfilm erweist sich jedoch als enttäuschend klischeehaft und pathetisch.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.