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Stopping - Wie man die Welt anhält
Stopping - Wie man die Welt anhält
© Die FILMAgentinnen © Spuren-Pfade-Filme

Kritik: Stopping - Wie man die Welt anhält (2014)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Meditation ist zwar eine sehr alte Praxis, um innerlich zur Ruhe zu kommen, aber sie wird gerade in der heutigen Zeit von vielen Menschen neu entdeckt. Stressgeplagte junge Berufstätige und Eltern, die auf ein Burnout zusteuern, bekommen sie anempfohlen, und sogar Menschen, die an einer Depression leiden. Der Dokumentarfilm von Bernhard Koch und Nils Landmark stellt die mythenumwobene Technik und die ihr zugrunde liegende Philosophie am Beispiel verschiedener Schulen vor. Die Erklärungen der Experten und die praktischen Erfahrungen der Kursteilnehmer fügen sich zu einer sehr informativen, umfassenden Einführung in das Thema, die auch mit Klischees und Vorurteilen aufräumt.

Wie soll das zum Beispiel gehen, einfach dazusitzen und an nichts zu denken? Die verschiedenen Meditationslehrer – unter ihnen Zen-Meister, Buddhisten, Anthroposophen – betonen immer wieder, dass sich das Gedankenkarussell nicht so einfach ausschalten lässt und dass es auch gar nicht darum geht, den eigenen Geist zu bekämpfen. Vielmehr soll die Aufmerksamkeit sich selbst gegenüber gestärkt werden, behutsam und in Form regelmäßiger Übung. Indem die Experten die simpel und unspektakulär klingenden, aber offenbar verblüffend wirkungsvollen Methoden wiederholt beschreiben und erklären, bekommt der Dokumentarfilm selbst einen vertiefend kreisenden Verlauf, passt also seine Form dem Inhalt an.

Die vier gestressten Protagonisten, die Hilfe in dieser Technik suchen, schildern im Verlauf und am Ende ihrer Kurse, was diese gebracht haben. Dorothea hat den Vorsatz, sich im Alltag regelmäßig zehn Minuten zwischendurch Zeit für sich zu nehmen. Nico fasst das Gelernte so zusammen: Es gehe darum, leeren Raum zu schaffen, "damit was Neues in diesen Raum treten kann". Im ruhigen, grünen Ambiente vieler dieser Meditationszentren öffnet sich auch der Blick des Zuschauers für die Schönheit, die einfach da ist, selbst wenn sich der Geist des Städters an seinen Terminkalender klammert. Dieser empfehlenswerte Film hat eine optimistische Botschaft: Es ist möglich, sich aus dem selbstgemachten Stress zumindest ein Stück weit freizuschaufeln, ohne gleich aus der modernen Zivilisation aussteigen zu müssen.

Fazit: Der inspirierende Dokumentarfilm erläutert auf umfassende und verständliche Weise das Prinzip der Meditation und fragt nach den Erfahrungen, die vier unter Stress leidende Menschen mit dieser Technik machen.





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