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Kritik: Seashore (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 2 / 5

Die beiden Regisseure und Drehbuchautoren Filipe Matzembacher und Marcio Reolon erzählen in ihrem Kinodebüt nachdenklich von einer Freundschaft zwischen zwei Jungs. In ruhigen Aufnahmen und nur mit spärlicher musikalischer Untermalung blicken sie hierbei auf die Welt ihrer jugendlichen Protagonisten und finden dabei eher Bruchstücke und Episoden vor statt einer ausbuchstabierten Geschichte. "Seashore" bietet so in erster Linie Momentaufnahmen einer gewöhnlichen Jugend.

Die teils fein beobachteten und in ihrer Alltäglichkeit glaubhaften Szenen verknüpfen sich dabei allerdings nicht zu einem großen Ganzen, das überzeugen könnte: Vieles bleibt rätselhaft oder lediglich an der Oberfläche, Dramatik und Spannung wollen zu keinem Moment aufkommen – da hilft leider auch das engagierte Spiel der jungen Darsteller nicht viel.

Das Coming-of-Age-Genre ist reich an Filmen, die auf unterschiedlichste Weise vom Erwachsenwerden berichten, da hervorzustechen ist nicht immer leicht. Matzembachers und Reolons Erstling geht mit seinen oftmals trostlosen und wenig faszinierenden Bildern, den abgenutzten Metaphern sowie einem bisweilen sehr zähen Rhythmus vollkommen in der Masse an ähnlich gelagerten Werken unter und schafft es nicht, einen Eindruck zu hinterlassen. Besonders das südamerikanische Kino hat hier in den letzten Jahren eine Vielzahl von stärkeren Filmen hervorgebracht, sei es etwa Alexis Dos Santos' "Glue" (2006), Lucía Puenzos "XXY" (2007) oder Daniel Ribeiros "Heute gehe ich allein nach Hause" (2015).

Fazit: Dieses Kinodebüt aus Brasilien erweist sich als schwacher Vertreter des Coming-of-Age-Genres und langweilt mit abgenutzten Metaphern sowie einem mitunter sehr zähen Erzählrhythmus. Das engagierte Spiel der jungen Hauptdarsteller sowie einige fein beobachtete Szenen können dem leider nur wenig entgegensetzen.





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