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Kritik: Journey to the Shore (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Das poetische Liebesdrama "Journey to the Shore" feierte seine Deutschlandpremiere in Frankfurt am Main auf dem 16. Nippon Connection Filmfestival des Japanischen Films. Dort eröffnete dieser ungewöhnliche Film das Festival, das längst das weltweit größte seiner Art ist. Der Regisseur des Films ist der Auteur Kiyoshi Kurosawa, der bei dieser Gelegenheit mit dem Nippon Honor Award ausgezeichnet wird. Zu diesem Anlass ist auf dem Festival noch eine Reihe weiterer Filme aus dem Schaffen Kurosawas zu sehen. Im Gegensatz zu dem sensiblen Drama "Journey to the Shore" handelt es sich bei allen anderen gezeigten Werken um düstere Genrefilme, wie den bereits auf der diesjährigen Berlinale gezeigte Horrorfilm mit dem paradigmatischen Titel "Creepy".

Doch obwohl "Journey to the Shore" mit seinem verhältnismäßig leichtem Ton stimmungmäßig einen deutlichen Kontrast zu den Filmen bildet, für die Kurosawa insbesondere bekannt ist, so ist dieses romantische Fantasydrama inhaltlich ein eindeutiger Vertreter des filmischen Kosmos Kurosawas. Ähnlich, wie bei "Creepy" dreht sich auch "Journey to the Shore" um wesentliche Fragen der menschlichen Existenz: Es geht um Einsamkeit inmitten der Gesellschaft und um die zentrale Rolle der Familie bei deren Überwindung - und dem Leiden, das entsteht, wenn dies nicht glückt.

Ja, es geht sogar noch weiter: Der in seiner Atmosphäre sehr übersinnlich daherkommende Horrorfilm "Creepy" ist letztendlich - zwar sehr verquer - aber ganz von dieser Welt. Dahingegen zeigt der sehr realistisch wirkende "Journey to the Shore" eine bis zur Unkenntlichkeit der Grenze reichende Verschränkung der Welt der Lebenden und der Toten. Immer wieder fragt deshalb Mizuki, ob eine bestimmte Person, die er ihr aus seinem alten Leben vorstellt, auch so sei "wie er". Und einmal antwortet ihr Mann lächelnd, "Nein, X ist wie du. Aber Y ist wie ich". - Diese Verschränkung verschiedener Sphären setzt sich auch innerhalb der Ebenen fort. So führt Yusuke seine Frau in ein kleines Dorf, in dem er einst die Landarbeiter unterrichtet hatte. Und was, unterrichtet(e) er dort? Er erklärt den Bauern den Ursprung des Universums und weshalb es voraussichtlich nicht so schnell vergehen wird. - Seine Zuhörer sind hocherfreut ...

Fazit: "Journey to the Shore" ist ein feinfühliges Fantasydrama mit Tiefgang.





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