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Ungezähmt - Von Mexiko bis Kanada
Ungezähmt - Von Mexiko bis Kanada
© NFP marketing & distribution

Kritik: Ungezähmt (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Für einen Zeitraum von fast einem halben Jahr begleitete Regisseur Phillip Baribeau die vier Freunde auf ihrem abenteuerlichen Trip, der ihr Leben für immer veränderte. Baribeau erlangte vor allem als Mitwirkender der Reality-TV-Serie "Mountain Men" Berühmtheit, "Ungezähmt" ist nun seine erste eigene Regie-Arbeit, für die er auch gleich als Kameramann verantwortlich zeichnete. Da Baribeau die Männer bei allen Etappen und den waghalsigsten Stationen der Reise stets hautnah begleitete, setzte er sich selbst immer der gewaltigen Gefahr von Natur, Wetter und wilden Tieren aus.

"Ungezähmt" ist spannender und packender als so mancher fiktiver Abenteuerfilm, in denen oft ganz ähnliche Gefahren und Hindernisse für die Abenteurer gezeigt werden, aber mit dem großen Unterschied, dass "Ungezähmt" das wahre Leben und damit auch die real existierenden Bedrohungen der unwirtlichen Natur zeigt. Darüber hinaus macht der Film auf ein großes Problem in den USA aufmerksam, das von den verantwortlichen Behörden und Organisationen oft totgeschwiegen oder "vergessen" wird: durch die immense Überpopulation dieser Tiere, werden derzeit 50.000 Mustangs und Esel überall in den USA in staatlichen Einrichtungen gehalten. Ein Umstand, von dem viele Amerikaner nichts wissen, da sie viele Gebiete und Landstriche des amerikanischen Westens wenn überhaupt nur aus den Medien kennen – zu ungemütlich und schwer zugänglich ist das Gelände, vor allem in Nevada. Dort leben die meisten der Wildtiere.

Damit gelingt dem Film das Kunststück, ein wichtiges politisches bzw. gesellschaftliches Problem anzusprechen, aber durch die hautnah begleitete Reise auch einen enormen Spannungs- und Unterhaltungswert zu liefern. Die 5000 Kilometer lange Route ist dann auch durch Gefahren gekennzeichnet, die dem Zuschauer den Schrecken ins Gesicht treiben: von Präriebränden, starkem Schneetreiben und plötzlichen Wolkenbrüchen über unerträgliche Hitze und wilde Flüsse bis hin zu Kakteen, ausreißenden Pferden, giftigen Schlangen und aggressiven Elchen. Nicht zuletzt haben die die vier hartgesottenen, idealistischen und extrem mutigen Freunde auch noch mit Krankheiten und Verletzungen zu kämpfen. Bei der Reise beweisen aber längst nicht nur die Männer sondern vor allem auch die Pferde enormes Durchhaltevermögen und unbändige Kraft. Der Film macht deutlich, wie viel in diesen Tieren steckt, die sich nicht selten gesellschaftlicher Abneigung und Vorurteilen ausgesetzt sehen.

Fazit: Enorm spannende und packende Abenteuer-Doku über eine 5000 Kilometer lange Reise durch die wildeste Region des amerikanischen Westens, die auf ein oft vernachlässigtes "Tier-Problem" aufmerksam macht.





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