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Kritik: Passion for Planet (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Den meisten Menschen sind wohl die Filme von Jan Haft ("Magie der Moore", "Das grüne Wunder - Unser Wald") ein Begriff. Vielleicht haben sie auch den einen oder anderen TV-Beitrag des Ehepaars Schlamberger ("Sambesi – Der donnernde Fluss") gesehen oder von dem jungen kanadischen Aktivisten Rob Stewart ("Sharkwater – Wenn Haie sterben") gehört, der sich für die von vielen so gefürchteten und weltweit gejagten Haie engagiert. In diesem Dokumentarfilm, mit dem Werner Schuessler sein Regiedebüt gibt, stehen diese Autoren nun selbst vor der Kamera. Auch die ökologisch motivierten Naturfilmer Rita Banerji ("Turtle Diaries") aus Indien und Mark Shelley ("Wild California") aus Amerika begleitet Schuessler bei der Arbeit.

Die Naturfilmer sind in unterschiedlichen Regionen der Welt unterwegs und nehmen jeweils andere Tierarten ins Visier. Jan Haft bezieht gerade Quartier in seinem Tarnbau auf einem Baum in Mecklenburg-Vorpommern, um den Horst eines Seeadlers zu filmen. Er findet, dass es noch genügend "Geschichten aus der heimischen Natur" zu erzählen gibt. Michael und Rita Schlamberger sind nicht nur in Europa, sondern auch gerne in Afrika unterwegs. Der Film begleitet sie zu Dreharbeiten in Sambia, wo spektakuläre Wildlife-Aufnahmen entstehen. Rita Banerji filmt nachts am Strand des indischen Bundesstaats Odisha, wie sich kleine Schildkröten aus dem Sand herausbuddeln und ihren Weg ins Meer suchen. Mark Shelley nimmt die kalifornischen Seeotter ins Visier und Rob Stewart mischt sich an der Küste Südafrikas als Taucher unter große Haie. Indem die Filmemacher in Aktion porträtiert werden, bekommen ihre oft in Voice-Over gegebenen Kommentare konkrete sinnliche Substanz. Die Aussagen kreisen nicht nur um Motivation und Werdegang, sondern oft auch um die bedrohte Tierwelt oder die Notwendigkeit, sich über das Filmemachen hinaus für ihren Schutz zu engagieren.

Schuessler beobachtet die Protagonisten nicht nur unmittelbar bei ihrer Motivsuche, sondern flicht gelegentlich auch Material aus ihren entstehenden oder früheren Filmen ein. Interessant sind auch die Aussagen mancher Autoren über die Erwartungen des Publikums und der Geldgeber, die sich oft nur schwer mit ihrem eigenen Wunsch, mehr Aufklärungsarbeit zu leisten, vertragen. Es bleiben viele Fragen an jeden dieser Autoren offen, denn für Vertiefung ist in so einer episodischen Verbindung mehrerer Einzelporträts kein Platz.

Fazit: Der ambitionierte Dokumentarfilm stellt ein paar renommierte Autoren von Naturfilmen vor, indem er sie bei der Arbeit begleitet. Die dabei entstehende Kombination aus spannenden Tier- und Landschaftsaufnahmen mit Einblicken hinter die Kulissen des Metiers erweist sich als besonders reizvoll. Nicht nur für die ökologische Botschaft, die der Film ebenfalls transportieren will, gehen etliche der Kurzporträts jedoch zu wenig in die Tiefe.





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