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Kritik: Den Sternen so nah (2015)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 3 / 5

Der britische Regisseur Peter Chelsom ("Weil es Dich gibt") hat eine gefällige Sci-Fi-Romanze inszeniert, die sich an ein jugendliches Publikum richtet. Obwohl sie in der Zukunft angesiedelt ist, variiert sie das Motiv der Volksballade von den zwei Königskindern, die zueinander nicht kommen können. Hier ist nicht das Wasser zu tief, sondern die räumliche Entfernung unerhört groß. Dennoch findet der jugendliche Held Mittel und Wege, sie zu überwinden. Gardners Chatfreundin Tulsa mag nicht glauben, dass er tatsächlich vom Mars stammt, denn einen Fall wie ihn gab es noch nie. Auch sie ist eine Außenseiterin und es fällt ihr schwer, jemandem zu vertrauen. Sie wuchs bei wechselnden Pflegeeltern auf, die sich nur für die staatliche Unterstützung interessierten. Gemeinsam entdecken die beiden Jugendlichen ein paar Tage lang die Welt ganz neu auf einem Roadtrip durch den Südwesten der USA. Tulsa hilft Gardner, seinen unbekannten Vater zu suchen und die Teenager verlieben sich. Aber zur echten romantischen Formel gehört auch der Schmerz, dass sich das Glück nicht festhalten lässt.

Es gibt berührende und schön inszenierte Momente in diesem Film, in dem ein einsamer Jugendlicher all das erlebt, was er bislang höchstens aus Filmen und Erzählungen kannte. Als Gardner zur Erde fährt, beobachtet die Kamera sein glückliches Staunen durch die Fensterscheibe des Raumschiffs. Auf der Erde werden dann etliche Momente sinnlicher Entdeckung zelebriert: Gardner im Regen, vor Freude über Ballons am Himmel jubelnd, beim lustvollen Verzehr eines Burgers. Und natürlich der erste Kuss, am Lagerfeuer in der imposanten Landschaft der Canyons. Aber die Dialoge sind manchmal irritierend holprig und verknappt. Wenn zum Beispiel Gardner zu Tulsa sagt, sie mache ihn zum Menschen, vernimmt man keine empfundene Wahrheit, sondern einen unvermittelt und wie aufgesagt wirkenden Spruch.

Weniger das echte Erleben der Charaktere steht im Zentrum, sondern das flotte Tempo, die abenteuerliche Flucht von Gardner und Tulsa vor den erwachsenen Verfolgern des Jungen. Diese wollen ihn ja nur vor dem körperlichen Kollaps retten, aber sie würden ihn auch daran hindern, die Freiheit auszukosten. Die beiden jungen Darsteller tun, was sie können, aber gegen die Ungereimtheiten des Drehbuchs kommen sie nicht an. Wie ist es zum Beispiel möglich, dass die Teenager tagelang ihren Verfolgern entkommen, die es, Sci-Fi und Hightech zum Trotz, partout nicht schaffen, sie auf der Landstraße einzuholen? Solche Irritationen schränken die Glaubwürdigkeit immer wieder ein.

Fazit: Die für ein jugendliches Publikum konzipierte Sci-Fi-Romanze von Regisseur Peter Chelsom lässt den ersten auf dem Mars geborenen Jungen den blauen Planeten und die irdische Liebe entdecken. Trotz des reizvollen Themas und schön inszenierter Momente gibt es leider auch holprige Dialoge und der Inhalt wirkt wiederholt unglaubwürdig.






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