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Lommbock
Lommbock
© Central Film © Wild Bunch

Kritik: Lommbock (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

"Lommbock" ist die Fortsetzung der erfolgreichen Kiffer-Komödie "Lammbock" von 2001. Nach 16 Jahren kehrt mit den beiden Hauptdarstellern Bleibtreu und Gregorowicz sowie Regisseur Christian Zübert das Team von damals zurück. Gedreht wurde der Film im Sommer 2016 vor allem in der bayerischen Universitäts- und Residenzstadt Würzburg und ihrer näheren Umgebung. Die Szenen, die im Film in Dubai angesiedelt sind, wurden in Marokko gedreht. Der Würzburger Regisseur und Drehbuchautor Zübert konnte in der Vergangenheit mit seinen Filmen und Drehbüchern, u.a. bereits den Adolf-Grimme-Preis und den bayerischen Filmpreis gewinnen. Sein letztes Werk, die deutsch-griechische Ko-Produktion "Ein Atem", stammt von 2015.

"Lommbock" ist eine erfrischende, freche Fortsetzung, die exakt auf alle jene Zuschauer zugeschnitten ist, die damals ihren Spaß am Original hatten und ein Faible für Loser- und Drogen-Balladen pflegen (z.B. "Trainspotting", "The Big Lebowski" oder"Fear and Loathing in Las Vegas"). Denn klar im Vorteil ist, wer den ersten Teil um die Cannabis-verrückten, ehemaligen Vollzeit-Jugendlichen kennt. So gibt es im Film dutzende Hinweise und Anspielungen auf den Film von 2001. Das angenehme: diese Reminiszenzen drängen sich nicht auf, sondern wurden von Regisseur Zübert überlegt und subtil in die Handlung eingeflochten. Und ganz nebenbei wird auch noch die ein oder andere offene Frage aus "Lammbock" geklärt.

Die Fans wird es zudem freuen, dass nahezu alle wichtigen – oder zumindest kultigen – Neben- und Randfiguren wieder mit dabei sind. Darunter z.B. Stefans Vater (Elmar Wepper) oder auch Touret-Frank (Wotan Wilke Möhring), mit seiner unvergleichlichen, herrlichen Halbglatzen-Langhaarfrisur. Dennoch sind Handlung und Figuren nicht stehengeblieben: viele Jahre sind ins Land gezogen, seitdem Blattläuse die Cannabis-Pflanzen von Stefan und Kai, befielen. Stefan ist zwar immer noch chaotisch, verplant und ein Kindskopf, dennoch wartete auf ihn – gehüllt in kostspielige Edel-Anzüge – mit der bevorstehenden Hochzeit der große (finanzielle) Wurf. Denn seine künftige Angetraute ist die Tochter des zweitreichsten Mannes seiner Wahlheimat. Und Kai? Der darf sich in erster Linie mit seinem Sohn herumärgern, der ins kriminelle Milieu abzurutschen droht.

Wenn die beiden alten Freunde wieder aufeinandertreffen, dann kommen durchaus auch Melancholie, Wehmut und Nostalgie á la "Trainspotting 2", auf. Man schwelgt gemeinsam in Erinnerungen, trauert der Vergangenheit nach und kifft sich so richtig das Hirn weg. Ein Highlight im Film sind im Übrigen mal wieder die teils schier endlosen Dada-Monologe und hirnlosen, aber heiteren und deftigen verbalen Entgleisungen von Kai. Diese haben es hinsichtlich Wort- und Sprachwitz gehörig in sich.

Fazit: Temporeiche, unterhaltsame und mit viel Wortwitz gewürzte Fortsetzung eines deutschen Kultfilms, der fast mit dem ersten Teil mithalten kann.





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