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Kritik: Tour de France (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Dass im französischen Kino gerne einmal kulturelle Gegensätze aufeinanderprallen, dürfte mittlerweile bekannt sein. Vor allem Komödien zelebrieren immer wieder den innerfranzösischen Culture Clash, um gesellschaftlichen Spannungen nachzuspüren und meist optimistische Botschaften für die Zukunft zu formulieren.

Dass dieses Erfolgsrezept funktioniert, beweisen Kassenschlager wie "Ziemlich beste Freunde" (2011) oder "Monsieur Claude und seine Töchter" (2014). Trotz durchaus gelungener Vertreter kämpft das Genre allerdings zunehmend mit Ermüdungserscheinungen, wie zuletzt der mutlose "Madame Christine und ihre unerwarteten Gäste" (2017) zeigte.

Der Drehbuchautor und Regisseur Rachid Djaidani greift die bewährte Formel mit "Tour de France" nun erneut auf, aber geht dabei entschieden eigene Wege. Sein Roadmovie ist bei allem Witz keine Komödie, sondern erweist sich als nachdenkliches Drama.

So plakativ die Ausgangssituation um die unfreiwillige Reise eines jungen Rappers und eines alten Griesgrams auch erscheinen mag, die Prämisse funktioniert dank der starken Hauptdarsteller. Gérard Depardieu schenkt seiner Figur feine Facetten und bewahrt sie damit gekonnt vor der Eindimensionalität, während der Rapper und Kinoneuling Sadek nicht nur musikalisch brilliert.

Wenn vieles auch vorhersehbar und konventionell bleibt, so schafft es "Tour de France" doch im Detail immer wieder zu überraschen: Die Dynamik zwischen den Schauspielern reißt mit und auch die eher zurückgenommene Inszenierung weiß Akzente zu setzen.

Fazit: "Tour de France" mag auf den ersten Blick etwas zu konventionell und plakativ erscheinen, aber das nachdenkliche Drama überzeugt im Detail. Starke Schauspieler und eine gelungene Inszenierung setzen eigene Akzente und machen aus einer bekannten Geschichte mitreißendes Kino.





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