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Der Hund begraben
Der Hund begraben
© Movienet

Kritik: Der Hund begraben (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4 / 5

Letztes Jahr sezierte der Österreicher Klaus Händl in seinem Beziehungsdrama "Kater" eine schwule Partnerschaft auf schmerzvolle Weise und wählte dabei den Tod einer Hauskatze als zentrale Metapher. Der deutsche Regisseur und Drehbuchautor Sebastian Stern lässt seinen Film nun ebenfalls um ein totes Haustier kreisen: Bei ihm muss jedoch ein Hund sein Leben lassen und statt einer gleichgeschlechtlichen Beziehung steht hier das bürgerliche Familienglück auf dem Prüfstand.

Mit grauen, oft trist anmutenden Aufnahmen bebildern Stern und sein Kameramann Peter von Haller ("Der Knochenmann", 2009) ihren Kleinstadt-Kosmos und rufen damit erst einmal ein typisches Sozialdrama ins Gedächtnis. "Der Hund begraben" entpuppt sich seiner ernsten Oberfläche zum Trotz allerdings rasch als lakonisch erzählte Komödie, die mit einem ausgeprägten Sinn für Absurditäten auf den Alltag eines Jedermanns schaut.

Sterns Blick auf seinen unglücklichen Protagonisten ist dabei zwar ein durchaus entlarvender, aber keineswegs ein böswilliger. Die satirischen Spitzen erweisen sich als treffsicher, zielen aber nie allzu tief. So manchem Zuschauer dürfte diese schwarze Komödie damit wohl nicht weit genug gehen, die eigene Gutmütigkeit bewahrt den Film vor allzu schmerzhaften Einsichten.

Auch dank des Hauptdarstellers Justus von Dohnányi ("Timm Thaler oder das verkaufte Lachen", 2017) sowie der überspitzt-floskelhaften Dialoge erinnert "Der Hund begraben" mitunter an einen eher harmlosen Hape-Kerkeling-Film. Normalos wie der Protagonist Hans werden bei Stern wie bei Kerkeling nicht vorgeführt; die tragischen Verstrickungen, in die sich auf der Suche nach dem Glück verheddern, machen ihre moralischen Fehltritte zumeist nachvollziehbar.

Großes, aufregendes oder gar bahnbrechendes Kino sieht sicherlich anders aus diese von Stern mit Understatement und trockenem Witz geschilderte Lebenskrise. Die meist gelungenen Pointen sowie großartige Schauspieler (herausragend: Georg Friedrich) sorgen dennoch für vergnügliche Unterhaltung.

Fazit: Sebastian Stern schildert mit trockenem Witz die Lebenskrise eines Jedermanns. Gelungene Pointen, großartige Schauspieler sowie ein feines Gespür für die Absurditäten des Alltags machen "Der Hund begraben" dabei zu einer unterhaltsamen Komödie. Dass die satirischen Spitzen nicht allzu tief zielen und ausnahmslos harmlos bleiben, dürfte Freunde von tiefschwarzem Humor jedoch enttäuschen.





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