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Kritik: Barfuss in Paris (2016)

Kritiker-Bewertung: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 5 / 5

Fiona Gordon und Dominique Abel sind ein Glücksfall für das Kino. Die Komödien der Theaterleute sind im besten Sinne aus der Zeit gefallen. Ihr geschmeidiger Slapstick und die visuellen Pointen erinnern ganz bewusst an die wortlosen bis wortkargen Bildvergnügen eines Charlie Chaplin, Buster Keaton oder Jacques Tati. Seit ihrem Spielfilmdebüt "L'iceberg" (2005) überträgt das Ehepaar, damals noch mit ihrem Kollegen Bruno Romy, die tänzerische Anmut ihrer Bühnenstücke auf die große Leinwand. Dieses Mal verschlägt es die beiden in die Stadt der Liebe.

In drei parallel laufenden Handlungssträngen, die sich elegant miteinander kreuzen, entfalten Gordon und Abel auch in ihrer vierten abendfüllenden Komödie ihren ganz eigenen, unzeitgemäßen Zauber. Die Mischung aus liebenswert verschrobenen Charakteren, irrwitziger Akrobatik und einer leisen Komik, die sich hauptsächlich aus den Bildern und kaum aus der Sprache speist, stimmt. Dementsprechend lacht das Publikum zwar nur selten laut auf, wird dafür aber mit einem Dauerschmunzeln beschenkt.

Auch wenn nicht alle Einfälle neu sind und sich das Duo an der einen oder anderen Stelle selbst kopiert, versprüht dieser Film mehr kreative Funken als unzählige Konkurrenzprodukte zusammen. "Barfuß in Paris" ist eine farbenprächtige, originelle und äußerst charmante Clownerie, die sich nicht scheut, ihre Künstlichkeit auszustellen. Die großartige, im Januar 2017 verstorbene Emmanuelle Riva ist hier in einer ihrer letzten Rollen zu sehen. Gemeinsam mit Pierre Richard vollführt sie eine Tanzeinlage für die Ewigkeit. Es sind diese gleichermaßen virtuos choreografierten wie anrührenden Szenen, die "Barfuß in Paris" weit über die breite Masse an Komödien hinausheben.

Fazit: Wer über Brachialhumor voll platter Pointen die Nase rümpft, beweist mit einem Kinobesuch von "Barfuß in Paris" den richtigen Riecher. Darin glänzen Fiona Gordon und Dominique Abel erneut mit leisem Humor voll grazilem Slapstick und visueller Pointen. Eine der besten, weil einfallsreichsten, charmantesten und anrührendsten Komödien des Jahres.





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