Was man schon immer wissen wollte, aber nie zu fragen wagte: Deutscher Dokumentarfilm, in dem sieben Henker über ihren Beruf sprechen. Ohne Sensationsheischerei, stattdessen mit Fakten und Nüchternheit kreist der Film um das Thema Todesstrafe.
Inhalt
Sie sind die Einzigen, die töten dürfen. Jeder von ihnen tötet auf seine Weise. Immer im Morgengrauen. Sie vollstrecken ein Urteil, das andere gesprochen haben: Henker. In diesem Film zeigen sie ihr Gesicht, erzählen ihr Leben, erklären ihr Handwerk. Sie teilen ihre Verantwortung mit dem Zuschauer.
Nach fünfjährigen Recherchen und Dreharbeiten entstand diese Dokumentation. Die letzten Henker aus USA, Deutschland, der DDR, Frankreich, Ungarn, Jugoslawien, Russland, Rumänien und Polen haben sich der Kamera gestellt.
Da haben sich Jens Becker und Gunnar
Dedio nicht gerade eine einfaches Thema
vorgenommen. Sie versuchen sich an einer
Dokumentation über die Todesstrafe, wobei
sie nicht nur einen abstrakten Blick riskieren,
sondern gerade diejenigen zu Wort kommen
lassen, welche das "Handwerk" des Henkers
ausgeübt haben. Man merkt dem Film die
lange Recherchearbeit an. Eine Fülle an
Ereignissen und Details sowie einige Henker
aus der ehemaligen DDR, Frankreich,
Russland und anderen Staaten habe Becker
und Dedio zusammengetragen. Sie alle
liefern ein durchaus differenziertes Bild. Vor
allem die Menschen hinter dem abstrakten
Begriff "Henker" erweisen sich als
nachdenkliche Individuen, die nicht nur stur
ihren Job erledigen, sondern auch ein
reflektiertes Verhältnis dazu entwickeln.
Darunter finden sich auch so historisch
bedeutsame Personen, wie der Mann, der
Rumäniens kommunistischen Diktator
Ceausescu hinrichtete.
Über die Einzelbestandteile entwickelt sich
ein Bild der Todesstrafe, das zu einer
grundsätzlichen Diskussion über ihr Wesen
und ihre Folgen anregt. Das ist neben der
geschichtlichen Dimension (die Todesstrafe
stirbt langsam aus) eine der Hauptleistungen
von "Henker". Der Film wäre zwar auch im
Fernsehen ganz gut aufgehoben, aber
dennoch sollte man sich einen Kinobesuch
nicht entgehen lassen, falls die
ungewöhnliche Dokumentation in der Nähe
des eigenen Wohnortes auftaucht.