Agententhriller nach John le Carrés Roman "Dame, König, As, Spion": 1973 wird der pensionierte Top-Spion George Smiley (Gary Oldman) überraschend wieder aktiviert, um einen KGB-Spion im britischen Secret Service zu enttarnen. Ein lebensgefährlicher Auftrag...
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Der pensionierte Top-Spion George Smiley (Gary Oldman) wird 1973 überraschend wieder aktiviert: An der Spitze des britischen Secret Service gibt es einen Maulwurf, einen Spion im Dienste des sowjetischen KGB. Smiley soll ihn entlarven. Doch er bekommt keinen Zugang zu geheimen Unterlagen und darf niemandem erzählen, weshalb er zurückgekehrt ist. Fünf Geheimdienstler geraten in sein Visier. Aber wer ist der wahre Verräter, der den Geheimdienst unterwandert und das ganze Land in Gefahr bringt?
Smiley bleiben nur sein Instinkt, sein Verstand und seine alten Freunde, um den Verräter zu finden. Ein lebensgefährlicher Auftrag.
Es gibt einen Verräter im britischen Geheimdienst! Auf fünf Verdächtige hat der legendäre MI6-Chef Control (John Hurt) das Feld der Maulwürfe schon eingegrenzt: der schneidige Bill Haydon (Colin Firth), der ehrgeizige Percy Alleline (Toby Jones), der eifrige Roy Bland (Ciaràn Hinds), der dienstfertige Toby Esterhase (David Dencik) und sein Vertrauter George Smiley (Gary Oldman) kommen als Verräter in Frage. Doch dann münden Controls Nachforschungen in einer Katastrophe, er wird abgesetzt und seine rechte Hand Smiley in den Ruhestand gezwungen. Wenig später verdichten sich die Hinweise, dass Control mit seinem Verdacht richtig lag. Daher wird Smiley, dessen Unschuld durch seine Pensionierung erwiesen ist, reaktiviert. Er soll den Verräter im Führungszirkel des MI6 aufzuspüren. Denn wer könnte einen Spion besser ausspionieren als ein Spion?
Die Verfilmung von John Le Carrés erfolgreichen Roman "Dame, König, As Spion" ist ein komplexer Verschwörungsthriller, der zur Zeit des Kalten Krieges spielt. Dabei gelingt dem schwedische Regisseur Tomas Alfredson auf Basis der hervorragenden Drehbuchadaption von Bridget O’Connor und Peter Straughan und mit einem herausragenden Produktionsdesign einen spannenden, modernen Film zu drehen, der zudem die beklemmende Atmosphäre der vergangenen Jahre wieder lebendig werden lässt. Die verwaschenen Bilder verdeutlichen den grauen Agentenalltag und passen hervorragend zu dem auf den ersten Blick unscheinbaren Helden des Films. Dabei übersetzt die Kamera die erzählerische Komplexität des Romans auf die Leinwand, indem sie mit fließenden Bewegungen und Übersichtseinstellungen den Zuschauer in das London der 1970er Jahre und das Labyrinth des Geheimdienstes einführt, in anderen Einstellungen hingegen in unwahrscheinliche Winkel und Ritzen schlüpft. Im Zusammenspiel mit dem unterkühlten, jazzigen Soundtrack entsteht eine verrauchte, mitunter bedrohliche Atmosphäre, in der Gary Oldman als schlauer George Smiley agiert. Er ist ein Beobachter, der aus dem Verborgenen heraus das Geschehen kontrolliert. Dabei lässt Oldman allein mit seiner Mimik erkennen, dass auch Smiley Abgründe hat, sie aber gut verbergen kann. Und wenn Smiley den Verräter enttarnt hat, kommt es zu einer unvergesslichen Szene, die die Brillanz dieser Schauspieler deutlich macht.
Und als wäre es nicht herausfordernd genug, die vielen Zeitsprünge der gleichnamigen bekannten Romanvorlage von John Le Carré zu meistern, bauen Thomas Alfredson und seine Drehbuchautoren noch eine Episode ein, die der Roman nicht enthält: Es ist der Rückblick auf eine Weihnachtsfeier im Circus. Dort sind die wichtigen Figuren beim Feiern zu sehen, sie trinken, singen und lachen. Immer wieder kehrt Alfredson zu dieser Episode zurück. Sie hilft, die mitunter schwierigen Beziehungen der einzelnen Figuren zu erinnern und und untermalt zusätzlich die Melancholie, die diesen Film durchzieht. Dadurch scheint diese Rückblende fast wie eine Folie für diesen Film, eine Rückkehr zu einer vermeintlich glücklichen Zeit. Aber schon damals musste ein Maulwurf unter ihnen sein.
Fazit: Die moderne, stilistisch bemerkenswerte Neuinterpretation von "Dame, König, As, Spion" ist ein unterkühlter, ruhig erzählter Film, bei dem der Zuschauer der komplexen Handlung konzentriert folgen muss. Und er überzeugt auf ganzer Linie.
filmfuzzy vom 24.11.2011 David John Moore Cornwell ist ein englischer Schriftsteller. Bekannter ist er allerdings unter seinem Künstlernamen ? John Le Carre. Seine Spezialität sind Spionageromane. Davon hat er mehr als 20 Bücher seit 1961 geschrieben. ?Tinker,Tailor, Soldier, Spy? in der deutschen Version ?Dame, König, As, Spion? aus dem Jahre 1974 ist wohl sein bekanntester Roman. 1979 wurde ?Dame, König, As, Spion? bereits als 7-tlg. BBC-Fernseh-Serie mit Alec Guiness ausgestrahlt und kommt nun als Film in die Kinos. Der britische Geheimdienst schickt einen Kurier nach Budapest. Seine Aufgabe, einen russischen General zum Überlaufen in den Westen zu überreden. Die Aktion missglückt. Der Brite wird erschossen. Daraufhin muss der M16 Chef ?Control? (John Hurt) und seine rechte Hand George Smiley (Gary Oldman) ihren Hut nehmen. Einige Monate später wird Smiley reaktiviert. Die Regierung beauftragt ihn dem Verdacht nachzugehen, dass es einen russischen Maulwurf an der Spitze des M16 gibt. ?Control? hatte fünf Männer im Verdacht. Percy Alleline (Toby Jones), Bill Haydon (Colin Firth), Roy Bland (Ciaran Hinds), Toby Estzerhase (David Dencik) und selbst seinen Ziehsohn Smiley. Smiley ist schockiert, dass ?Control? ihn des Verrats für fähig hielt. Gemeinsam mit dem Agenten Peter Guillam (Benedict Cumerbatch) beginnt Smiley in den eigenen Reihen zu ermitteln. Viele Spuren verlaufen im Sand, bis der junge Agent Ricky Tarr (Tom Hardy) in Istanbul den entscheidenen Hinweis liefert. Smiley nimmt diese Spur auf und lässt sich auf ein lebensgefährliches Spiel ein. Das ist vielleicht als Lektüre eine spannende und auch zu verfolgende Handlung. Als Film jedoch ist es mit viel zu vielen Ecken und Windungen und jeder Menge Nebenstränge durchzogen, sodass man als Zuschauer den Faden verliert. Zwar Schauspielerisch durchaus gelungen, aber zu sehr in die Länge gezogen. Das Ergebnis ? gequirrlte Langeweile. 127 Minuten ? lieber das Buch lesen. Ab 02. Februar 2012 im KINO.