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So finster die Nacht

Userwertung 7/10

Låt den rätte komma in

Schwedischer Vampirfilm: Auf dem Spielplatz lernt der 12jährige Außenseiter Oskar eines Abends das neue Nachbarsmädchen Eli kennen und freundet sich mit ihr an. Bald dämmert ihm, dass sie ein Vampir ist
In den Wäldern bei Stockholm geschehen merkwürdige Morde Copyright EFTI Hoyte van HoytemaOskar K re Hedebrant probt mit einem Messer wie er sich gegen seine Mitschüler wehrt Copyright EFTI Hoyte van HoytemaEli Lina Leandersson blutet nachdem sie ohne Einladung Oskars zuhause betreten hat Copyright EFTI Hoyte van HoytemaDie Nachbarin Ika Nord verbrennt als Licht in ihr Zimmer fällt Copyright EFTI Hoyte van HoytemaOskar K re Hedebrant und Eli Lina Leandersson Copyright EFTI Hoyte van Hoytema
Inhalt
  • Oskar ist 12 Jahre alt. Seine Eltern sind geschieden und er lebt mit seiner Mutter in einem der Häuserblocks im Stockholmer Vorort Blackeberg. Oskar ist ein Einzelgänger, der von seinen stärkeren Klassenkameraden eingeschüchtert und schikaniert wird. Verängstigt und vereinsamt gibt sich der Junge, wenn er allein ist, seinen Rachegedanken hin. Mit seinem Jagdmesser probt er eifrig, wie er sich gegen seine Mitschüler wehren kann.

    Eines Abends trifft er auf dem Spielplatz Eli, ebenfalls 12 und gerade in die Nachbarwohnung eingezogen. Eli ist blass und ernst. Sie riecht seltsam, und die Kälte scheint ihr nichts auszumachen. Nur nachts kommt sie zu Oskar auf den Spielplatz, oft barfuss und bloß bekleidet mit einem Schlafanzug. Für Oskar ist Eli die Chance, endlich einen Freund zu finden. Eli gibt ihm Halt und die Kraft, sich gegen seine Widersacher zur Wehr zu setzen. Mit neuem Selbstbewusstsein ausgestattet, getraut sich Oskar nun auch in der Realität zurück zu schlagen.

    Zeitgleich mit Elis Ankunft in Blackeberg geschehen seltsame Dinge, Menschen verschwinden und werden wenig später ermordet aufgefunden. Ein Mann hängt kopfüber an einem Baum und ein anderer wird aus einem gefroren See geborgen. Den Körpern wurde sämtliches Blut entnommen. Schließlich wird eine Frau in den Hals gebissen und verbrennt im Krankenhaus, als Sonnenlicht in ihr Zimmer fällt...

Credits
Filmkritik
  • "„So finster die Nacht" heißt eigentlich "Let the right one in", und genau darum geht es: Zwei extrem vereinsamte Seelen versuchen, sich gegenseitig nahe zu kommen.
    Der Film beruht auf dem gleichnamigen Roman von John Ajvide Lindqvist, der auch das Drehbuch schrieb. Tomas Alfredson verpackte den Stoff in verstörende Bilder, mit großartigen Darstellern und grimmigem Realismus.
    Die Geschichte spielt in irgendwo im winterlichen Schweden, zu Beginn der 80er Jahre. Dort scheint sich der 12jährige Oskar langsam für die Karriere eines psychopatischen Mitschülermörders zu prädestinieren: Schmächtiges Scheidungs-Einzelkind mit gleichgültiger Mutter und Alkoholikervater, wohnhaft in tristem Block in öder Vorstadt, wird in der Schule fies gedemütigt, sammelt Zeitungsartikel über grausige Mordfälle und hegt blutige Rachephantasien. Daher ist es auch nur konsequent, dass er sich ausgerechnet mit dem seltsamen Nachbarskind anfreundet, das nur nachts herauskommt: Eli, ein androgyner Vampir, äußerlich ebenfalls 12 Jahre alt. Was beide wirklich verbindet, ist allerdings tiefe Einsamkeit. Erwachsene sind in ihrer Welt entweder desinteressiert, oder unverlässlich und noch unbeholfener als die Kinder. Für Eli sorgt Håkan, ein älterer Mann, dessen Beziehung zu seinem Schützling nicht näher definiert wird. Nachdem Håkan sich bei der Nahrungsbeschaffung zu ungeschickt anstellt, ist Eli auf sich selbst gestellt und sorgt in Oskars Nachbarschaft ihrer Natur gemäß für Entsetzen.
    Die Freundschaft der beiden Außenseiter erzählt Alfredson eher durch sorgfältig komponierte, symbolgeladene Bilder, als über Worte. Wer auf eine Alternative zur rührseligen Romanze von "Twilight" hofft, wird enttäuscht: Die Bewerbung des Films als "Liebesgeschichte" liegt daneben. Wenn überhaupt, erleben Eli und Oskar höchstens die Vorgeschichte einer romantischen Liebe. Ihre Beziehung ist gewissermaßen unschuldig – sofern man mal eine Sekunde die blutigen Aspekte vergisst.
    Was das angeht, nimmt sich der Regisseur einigermaßen zurück. Zwar fließt tatsächlich Blut, und nicht zu knapp – aber nicht als Gorefest. So mutet beispielsweise der Gipfel der Gewalt wie ein beiläufiger Tagtraum an.  
    Was die Freude an diesem verschrobenen, poetischen Winterfilm dennoch ein wenig trübt, sind gelegentlich holprige Dialog (was an der Synchronisation liegen mag), krakelige CGI-Katzen und leider auch einige Längen.
    Empfehlenswert ist "Let the right one in" dennoch – für alle, die ruhig erzählte realistische Märchen mit sperrigen Charakteren mögen und speziell für diejenigen darunter, die in den 1980ern aufgewachsen sind.

    Sira Brand





Userkommentare
Kommentar vom 23.04.2009
die schweden sind schon ein bissl abgedreht :)

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