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Kritik: Rugrats - Der Film (1998)


Wenn das Presseheft zum Film recht hat, und Pressehefte lügen nie oder zumindest nur selten (haben aber durchaus die Tendenz, die Wahrheit groß zügig, d.h. zu ihren Gunsten, auszulegen), dann handelt es sich bei den "Rugrats" um Amerikas erfolgreichste (was auch immer das heißen mag) Kinderserie im Fernsehen. Hierzulande hat der Kindersender Nickelodeon, der seit einigen Monaten nicht mehr im Kabel ist, das Produkt ausgestrahlt. Wie auch immer, publikumsträchtige Kinderserien finden über kurz oder lang unweigerlich den Weg auf die große Leinwand. Auch bei den "Rugrats" ging die Rechnung auf. Allein in der ersten Woche spielte der Film in Amerika fast 30 Mio. Dollar ein.
Auch nur annähernd vergleichbare Umsätze sind in der alten Welt nicht zu erwarten. Erstens sind die "Rugrats" bei uns weitgehend unbekannt, und zweitens sind die Abenteuer der Anarcho-Babies, wie auch das Konflikt- und somit Scherzpotential der Serie, einfach zu amerikanisch, um auf der anderen Seite des großen Teiches immer nachvollziehbar zu sein.

    Immerhin, einige Pluspunkte kann der Film durchaus verbuchen. Etliche Gags zünden recht ordentlich, vor allem dann, wenn sie auf Versprechern oder Buchstabendrehern basieren ("Du hast noch keinerlei Ahnung vom Sinn des Lesens"). Durchaus mutig mag auch sein, daß der Film keine eindeutige Zielgruppe hat. So wähnt man sich in einigen Sequenzen durchaus in einem Erwachsenencomic. Keineswegs übrigens wegen allzu drastischer Bilder, sondern weil das Verständnis der Szene den Abstand des Alters voraussetzt.
    Die bei aller Naivität durchaus stilvollen Animationen kommen einem irgendwie bekannt vor. Und in der Tat ist für die "Rugrats" dieselbe Produktionsfirma zuständig, die auch "Die Simpsons" oder "Beavis & Butthead" betreut hat.

Mit anderen Worten, so schlecht ist das Ganze gar nicht. Aber auch hier stellt sich ein Gefühl ein wie so oft bei Kinofilmen nach Serien: Im Grunde genommen macht der Film Laune auf das kleinere Fernsehformat, in dem auch die "Rugrats" sicherlich besser aufgehoben sind. Für den Kinofilm wurde eine wüst-abenteuerliche Handlung ausgekaspert, die möglichst viele exotische und unterschiedliche Locations abdecken mußte, einfach um den Schauwert des Films zu steigern bzw. zu strecken. Dafür wurden dem Drehbuch wilde Kapriolen zugemutet, die einzig dem vordergründigen Spektakel dienen und die Geduld des wohlmeinenden Zuschauers strapazieren. Dabei sind die "Rugrats" immer dann am stimmigsten und lustigsten, wenn das Chaos sich an Heim und Herd abspielt. Das Konfliktpotential eines Stoffes wie die "Rugrats" ist nun mal vor allem familiärer Natur. Und bekanntlich spielen sich die letzten großen Abenteuer ja sowieso zwischen Küche und Schlafzimmer ab.

Somit hat der Film also gerade wegen seiner inhaltlichen Überfrachtung ziemliche Längen, und das trotz einer Laufzeit von 1 1/4 Stunden. Aber wie gesagt, etliche Gags zünden durchaus, und so schlecht ist das Ganze gar nicht.





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