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Solo für Klarinette - Poster
Solo für Klarinette - Poster
© Senator Film

Kritik: Solo für Klarinette (1998)


Was passiert, wenn innen nicht drin ist, was außen drauf steht? Auch im Kino ist man entweder positiv überrascht oder es werden Erwartungen enttäuscht. "Solo für Klarinette" schafft jedenfalls einiges an Erwartungen. Mit Regisseur Nico Hofmann ("Der Sandmann"), Götz George in der Rolle eines -welch Überraschung- unkonventionellen Polizeiinspektors und den ersten Minuten des Films scheint eigentlich alles klar.

Ein Mord, richtig schön eklig, mit der perfekten Mischung aus Blut und sonstigen Körperflüssigkeiten. Man freut sich auf unterhaltsame Krimistunden, Thrillerspannung, Genrekino von der heimischen Stange, auch wenn man vieles schon mal (siebenmal?) gesehen zu haben glaubt.

Soviel zu den Erwartungen.

Die Erfüllung sieht ganz anders aus, denn erfüllt ist das Leben von Kriminalhauptkommissar Bernie Kominka gar nicht. Es kriselt in der Mitte seines Lebens, die Ehefrau spurt nicht und auch Sohnemann Theo läuft außer Rand und Band. Aber glücklicherweise gibt es ja die geheimnisvolle Mordverdächtige. Man ahnt es: 1 und 1, Inspektor und Verdächtige, macht 2, sprich ein Ermittlungsschäferstündchen, in Beamtendeutsch: die Vermischung von Privat- und Berufsleben, und das auf fatale Weise.

Fatal auch für den Film, der mit dieser Beziehung aus dem Thriller eine tiefschürfende Verhaltensstudie geschlechtsreifer Städter zur düsteren und verregneten Jahreszeit machen möchte. Traurig, traurig, ist es nicht hart, das Leben in unserer anonymen Gesellschaft, in einer beziehungsgeschädigten Umwelt? Solche Fragen werden gestellt, und das -wie gesagt- in einem Thriller, damit es ein wenig anspruchsvoller wird.

Hat Nico Hofmann ein neues Genre erschaffen, das Thrillerdrama, Spannnungskino mit gesellschaftskritischem Tiefgang auf der Leinwand?
Mal abwarten, ob sich das Publikum ein X für ein U vormachen läßt.




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