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Der Gigant aus dem All (1999)

The Iron Giant

User-Film-Bewertung [?]: unterirdischschlechtmittelmässiggutweltklasse 4.3 / 5

Filmsterne von 1 bis 5 dürfen vergeben werden, wobei 1 die schlechteste und 5 die beste mögliche Bewertung ist. Es haben insgesamt 3 Besucher eine Bewertung abgegeben.


Wir schreiben das Jahr 1957. Eine Zeit, in der so einiges Amerika in Atem hält: Rock`n`Roll, das Fernsehen, die Atombombe. Und am 4.Oktober schießen die Sowjets den ersten von Menschenhand gefertigten Satelliten "Sputnik" erfolgreich ins Weltall.
Die alleinerziehende Annie Hughes hat jedoch andere Sorgen: Das Abendessen, das rechtzeitig auf dem Tisch stehen soll, zum Beispiel. Sie lebt mit ihrem neunjährigen Sohn Hogarth in der Kleinstadt Rockwell im Bundesstaat Maine, und jobbt in einem Restaurant. Freizeit kennt Annie nicht - und wenn sie doch mal ein paar wenige Augenblicke hat, nimmt sie der eigensinnige Hogarth mit seiner blühenden Fantasie in Anspruch; denn ständig erwartet er drohende Angriffe von außerirdischen Mutanten oder subversiven Invasoren.
So wundert es auch nicht, dass Hogarth die Geschichten eines alten Fischers für bare Münze nimmt. Jener erzählt von einem riesigen Mann aus Metall, der ins Meer gestürzt sein soll - und prompt macht sich Hogarth auf den Weg, diesen gigantischen Roboter aufzuspüren. Tatsächlich findet er im Wald einen 15 Meter großen Blechriesen mit Heißhunger auf Metall und ebenso unstillbarer Neugier auf die ihm unbekannte Welt, auf der er für somanchen Aufruhr sorgen wird...

Filmkritik

Plot does matter: Das galt und gilt auch für das Trickfilmgenre, und Warners "Iron Giant" ist ein wunderbarer Glücksfall, von dem die Disney-Studios lernen könnten. Ein Film, der Jung und Alt sehr viel zu bieten hat: vollwertige Figuren mit Ecken und Kanten etwa, keine Disney-Stereotypen, und ein Drehbuch, das mit Highlights wie "E.T." vergleichbar ist. Und nicht zuletzt eine politische Parabel auf die 50er-Jahre Hysterie, die scheinbar mühelos mit dem recht abenteuerlichen Plot verwoben wurde.
Brad Bird, der Regisseur, versucht erst gar nicht, Disney bei der Trickfilmtechnik Konkurrenz zu machen. "Der Gigant aus dem All" ist ein konventionelles Epos in 2D, das seine am Computer generierten Szenen absichtlich verschleiert, um einen einheitlichen Eindruck zu vermitteln. Disney hingegen prahlt bekanntlich gern mit seiner Technik – was leider, siehe "Tarzan", oftmals dazu führt, dass zweidimensionale Charaktere durch 3D-Kulissen toben und einem dabei das Gefühl vermitteln, dass sie dort gar nicht hingehören. Zumal Brad Birds Figuren Disneys Abziehbildern überlegen sind, die – oftmals singend – vielfach nur Klischees bedienen.
Klischees findet man freilich auch in diesem Film, doch Bird, ein "Simpsons"-Veteran, spielt souverän mit ihnen und transportiert mit viel Geschick, Humor und Sensibilität eine bewegende Geschichte. So schön, dass hartgesottene Kritiker nach dem Presse-Screening Tränen in den Augen hatten – was auch damit zusammenhängen mag, dass Warners Marketingabteilung diesen Film grob fahrlässig verschlafen hat, so dass ihn wohl nur wenige Menschen in den Kinos sehen werden.
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Land: USA
Jahr: 1999
Genre: Animation
Länge: 87 Minuten
FSK: 6
Kinostart: 16.12.1999
Regie: Brad Bird
Darsteller: Johannes Baasner, Jürgen Kluckert, Nadja Reichardt
Verleih: Warner Bros.

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