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Der Gigant aus dem All
Der Gigant aus dem All
© Warner Bros.

Kritik: Der Gigant aus dem All (1999)


Plot does matter: Das galt und gilt auch für das Trickfilmgenre, und Warners "Iron Giant" ist ein wunderbarer Glücksfall, von dem die Disney-Studios lernen könnten. Ein Film, der Jung und Alt sehr viel zu bieten hat: vollwertige Figuren mit Ecken und Kanten etwa, keine Disney-Stereotypen, und ein Drehbuch, das mit Highlights wie "E.T." vergleichbar ist. Und nicht zuletzt eine politische Parabel auf die 50er-Jahre Hysterie, die scheinbar mühelos mit dem recht abenteuerlichen Plot verwoben wurde.
Brad Bird, der Regisseur, versucht erst gar nicht, Disney bei der Trickfilmtechnik Konkurrenz zu machen. "Der Gigant aus dem All" ist ein konventionelles Epos in 2D, das seine am Computer generierten Szenen absichtlich verschleiert, um einen einheitlichen Eindruck zu vermitteln. Disney hingegen prahlt bekanntlich gern mit seiner Technik – was leider, siehe "Tarzan", oftmals dazu führt, dass zweidimensionale Charaktere durch 3D-Kulissen toben und einem dabei das Gefühl vermitteln, dass sie dort gar nicht hingehören. Zumal Brad Birds Figuren Disneys Abziehbildern überlegen sind, die – oftmals singend – vielfach nur Klischees bedienen.
Klischees findet man freilich auch in diesem Film, doch Bird, ein "Simpsons"-Veteran, spielt souverän mit ihnen und transportiert mit viel Geschick, Humor und Sensibilität eine bewegende Geschichte. So schön, dass hartgesottene Kritiker nach dem Presse-Screening Tränen in den Augen hatten – was auch damit zusammenhängen mag, dass Warners Marketingabteilung diesen Film grob fahrlässig verschlafen hat, so dass ihn wohl nur wenige Menschen in den Kinos sehen werden.
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