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Kritik: Im Netz der Spinne (2001)


Weder spielen Netze eine Rolle, noch Spinnen oder anderes Krabbel-Getier. Dem Titel geht es also allein darum, irgendwie gut und geheimnisvoll zu klingen. Leider kann der Film dies nicht einlösen. Er ist nicht gut und erst recht nicht geheimnisvoll. Er gehört genau zu der öden Maintreamware, die in Hollywood wie am Fließband produziert wird. Gerade im Thriller-Genre ist es dabei schon erstaunlich, dass das Publikum dies mitmacht und sich ein ums andere Mal langweilen lässt. Filme wie "Im Netz der Spinne" können gar nicht spannend sein. Viel zu absehbar spulen sie ihr Programm ab. Und leistet man sich, wie im vorliegenden Fall, doch einmal eine kleine Überraschung, wird diese durch das brav-konventionelle Ende umgehend relativiert. Das Schlimme bei all der Tristesse ist, dass der Erfolg den Produzenten solcher austauschbaren Einheitsware meist recht gibt. So ist denn auch "Im Netz der Spinne", die zweite Bestsellerverfilmung nach einem Roman von James Patterson, in den USA zumindest so erfolgreich gewesen, dass die Kosten gedeckt sind und somit eine weitere Fortsetzung zu befürchten ist. Wie bereits im ersten Film steht Dr. Alex Cross im Mittelpunkt des Geschehens. Eigentlich hat sich der Kriminalpsychologe nach dem tragischen Tod einer Kollegin von Schuldgefühlen geplagt aus dem Dienst zurückgezogen. Doch dann wird er in einen spektakulären Entführungsfall verstrickt. Die Tochter eines Senators der USA wird von ihrem Lehrer verschleppt. Der Entführer meldet sich telefonisch bei Cross, zunächst ohne Forderungen zu stellen. Zusammen mit der Secret Service Agentin Jezzie Flannigan, die für die Sicherheit des Kindes verantwortlich war, nimmt der Psychologe die Ermittlung auf. Schnell stellt sich heraus, dass es hier um mehr geht als eine normale Lösegelderpressung. Der Entführer verwickelt alle in den Fall Beteiligte in eine makaberes Katz-und-Maus-Spiel, dessen Zweck es offenbar ist, Aufmerksamkeit in den Medien zu erlangen. Dafür scheint ihm jedes Mittel recht zu sein, was die zahlreichen Leichen, die alsbald den Weg des Kidnappers säumen, belegen. Schließlich tritt der offenbar geisteskranke Täter Dr. Cross sogar Aug‘ in Aug‘ gegenüber. Und auf einmal erkennt der erfahrene Psychologe, dass die eigentlichen Zusammenhänge in diesem Fall wohl doch anders verlaufen. Abgesehen von einer innovativen digitalen Actionsequenz zu Beginn, kann der Film auch optisch nicht überzeugen. Formal wie inhaltlich wurde offenbar die Parole ausgegeben: Bloß nicht die Aufnahmefähigkeit und -bereitschaft des Durchschnittspublikums strapazieren oder fordern. Und wie so oft bei dergleichen Filmen wird die mangelnde Originalität der Geschichte versucht zu kompensieren durch allerlei technischen Schnickschnack, hier einmal mehr im Bereich von Digitaltechnik und Computern. Doch auch bei all der geballten Durchschnittlichkeit der Veranstaltung, soll nicht vergessen werden, dass der Film durchaus einen unübersehbaren Pluspunkt für sich verbuchen kann. Erneut beweist Hauptdarsteller Morgan Freeman nämlich, dass er in Sachen Sympathiewerte und Leinwandpräsenz derzeit fast konkurrenzlos dasteht. Ein Jammer, ein derart wunderbarer Darsteller hat nun wirklich bessere Filme verdient.




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