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Kritik: Stadt, Land, Kuss (1999)


Es ist schon ein bisschen seltsam, wenn Warren Beatty eine Hauptrolle in einem Film spielt, der vom Geschehen aus betrachtet locker als Teenie-Komödie durchgeht. Vor allem dann, wenn Beatty nicht als Vater eines Girlies besetzt ist, sondern die Figur, welche sich im Liebesreigen vor attraktiven Frauen zwischen 29 und 55 nicht retten kann. Ein wenig tapsig sowie mit einem rauhbeinigen Gesicht, das auch reichlich dumm aus der Wäsche schauen kann, stolpert Beatty durch die Handlung, bevor er die Chance erhält, sich wieder mit seiner von Diane Keaton gespielten Ehefrau zusammen zu raufen. Darüber gehen die Ereignisse um das befreundete Ehepaar, welches ebenfalls Beziehungsprobleme hat, ein wenig unter. Je länger "Stadt, Land, Kuss" dauert, desto weniger wird man das Gefühl los, dass Peter Chelsom eine Mischung aus Woody Allens neurotischen Paaren und "American Beauty" gepaart mit ein bisschen "American Pie" im Sinn hatte. Jedenfalls hält der Film eine Menge infantiler Szenen bereit – zum Beispiel, wenn Beatty nach einer Kostümparty als Eisbär verkleidet im Schnee auf Jenna Elfman zum Liegen kommt. Ähnliches erlebt Beatty auch mit den anderen Frauen, so dass er wie ein alter Mann wirkt, der zwar schon lange verheiratet und sexuell erfahren ist, aber trotzdem auf der Suche nach dem ersten Sex zu sein scheint. Dieses reichlich paradoxe Bild versucht "Stadt, Land, Kuss" mit Hilfe von Slapstick, der aufgrund seiner Hölzernkeit fast surreale Züge annimmt, zu einem witzigen Ehepaar-Beziehungs-Cocktail zu mischen. Das Ergebnis ist ein charmant missglückter Film, der wegen einiger sehr guter Szenen durchaus genießbar bleibt.




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