VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Go - Das Leben beginnt erst um 3.00 Uhr (1999)


Endlich: Drei schwarze Komödien zum Preis von einer! "Go" von Doug Liman ("Swingers") ist ein politisch unkorrekter Epigone in "Pulp Fiction"-Tradition, der das große Vorbild – anstatt es hirnlos abzukupfern – zu einem neuen, frischen, frechen und vor allem elektrisierenden Ensemble-Film mit gleich drei verschiedenen Handlungssträngen verarbeitet, die am Ende kunstvoll und originell zusammenlaufen.
Keine Frage: Dieser Film kommt für all jene, die schon über 30 sind und deren Leben in allzu geregelten Bahnen verläuft, vielleicht zu spät. "Go" ist, und das wird spätestens beim Soundtrack klar, ein pulsierendes Leinwand-Happening für alle Junggebliebenen – ein wilder, roher, verantwortungsloser Film voller Gefahren, Drogen, Sex, Gewalt und geschmackvoll inszenierter Geschmacklosigkeiten: Hier agieren alle ohne Netz.
Überraschende Wendungen und Perspektivenwechsel, die rasante Inszenierung und der unverkennbare Vorsatz der Filmemacher, Stil über Gehalt zu setzen, machen "Go" zu einem kleinen Filmjuwel ohne Moral und Zeigefinger, dessen Botschaft sich – sofern vorhanden – darauf zu beschränken scheint, uns mit brachialem Nachdruck daran zu erinnern, daß wir immer noch am Leben sind.




Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.