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Kritik: Yentown - Swallowtail Butterfly (1996)


Wenn Kino eine Form des Impressionismus wäre, dann ist Shunji Iwai Claude Monet. Der japanische Alleskönner findet in seinem zweieinhalbstündigen Stilepos mehr als die Vollendung von Farbe, Form, Musik und Bewegung. Er unterlegt den poetischen Sinnesrausch mit einer anmutigen Lebensansicht, die die Zeit stillstehen lässt.
Nicht nur der Genuss des Augenblicks zählt, auch der Gedanke, die Lebenseinstellung. Statt in selbstgefälligem Schwelgen zu verweilen und mit der Erfahrung zahlreicher Videoclips und Werbefilme in petto zum erdrückenden Angriff auf die Sinne zu blasen, überschreitet "Swallowtail Butterfly" Konventionen und Genregrenzen. Drogen, Prostitution, blutgierige Yakuza gehören wie selbstverständlich in ein pittoreskes Arsenal aus verführerischen und ausgelebten Träumen.
1996 – vor mittlerweile vier Jahren – schuf der damals 33-jährige das in Heimatland Japan zum Hit avancierte Kunstwerk. Nun blüht dank Stürmer und Dränger Iwai und Verleih REM auch in Deutschland die Jugend im Kino auf. Möge er nie erwachsen werden, möchte man ihm zurufen. Doch manche poetische Ansicht über Tod und Leben sind reifer als die unbekümmerte Inszenierung vermuten lässt. "Swallowtail Butterfly" ist kein Film wie jeder andere. Oder irgendein anderer.





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