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Kritik: The Acid House (1997)


"Trainspotting" läßt grüßen: Niemand anderer als Irvine Welsh lieferte die drei bizarren Stories über junge Männer aus den heruntergekommenen Ghettos Edinburghs. Paul McGuigans Spielfilmdebüt erzählt von Boab (Stephen McCole), der auf einen Schlag seinen Platz im Fußballteam, das Elternhaus, die Freundin und den Job verliert, dann flugs zu einer Schmeißfliege mutiert und einen Rachefeldzug startet. Der Loser Johnny (Kevin McKidd) heiratet eine schwangere Schlampe und hütet alsbald deren Kind, während sich der neue Nachbar mit der Frau vergnügt. Der Raver Coco (Ewen Bremner) wiederum ist stets auf Speed und findet sich nach einem falschen Trip plötzlich im Körper eines Babys wieder.

Die drei stilistisch und qualitativ recht uneinheitlichen Adaptionen von Welshs Kurzgeschichten überzeugen als avantgardistische und auf hohem technischen Niveau inszenierte Beispiele für ein junges, freches Kino, das alte Konventionen bricht und doch den Zuschauer stets respektiert. Die ungeschminkte Darstellung der deprimierenden Lebensverhältnisse steht in der Tradition des britischen Sozialrealismus, dennoch ist "Acid House" ein Streifen ohne Larmoyanz und Bitterkeit - im Gegenteil: Schwarzer Humor und Ironie machen den Film genießbar.




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