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Kritik: Tödliche Gerüchte (2000)


"Tödliche Gerüchte" ist ein College Thriller ohne viel Biss. Trotz einer vielversprechenden Prämisse verliert sich Regisseur Guggenheim viel zu sehr in seiner blutleeren Ästhetik, um wirklich spannend zu unterhalten.
Kaum sind wir die High School-Filme los, präsentieren uns die Marketingstrategen der Traumfabrik mit einer ganz neuen Filmart. High School-Filme sind unserer Zielgruppe zu kindisch? Sie sind älter geworden? OK, ab jetzt gibt es College-Filme. Nach dem wirklich unterhaltsamen "Road Trip", der die komödiantische Schiene von der Schule in das College verlegte, ist es nun "Tödliche Gerüchte", der hier für das Thema Thriller / Horror vorgemerkt wurde, leider ohne die Qualiäten mitzubringen.
Was "Tödliche Gerüchte" am meisten fehlt, ist so etwas wie Schwung oder Spritzigkeit. Manchmal hat man das Gefühl, dass der Film zu Tode gestylt wurde. Alle Bilder wirken durchkomponiert, die verdammt gut aussehenden Darsteller, die scheinbar trotz im Script niedergeschriebener Armut in den coolsten Designerklamotten herumlaufen und die angesagtesten Partys besuchen, leben in gestylten und designten Appartments. Dazu bleibt Guggenheim viel zu sehr auf Distanz, als dass sich irgendjemand als wirkliche Identifikationsfigur anbieten würde. Obwohl das Ganze wirklich toll aussieht: es ist und bleibt kalt.
Dazu mag die Schlüsselfigur Derrick kaum überzeugen. Obwohl James Mardsen eigentlich recht gut spielen kann, mit dieser Rolle scheint er dann und wann überfordert. Ähnlich geht es auch Norman Reedus, der von Anfang an klar stellt, welche Funktion sein Charakter Travis hat. Erstaunlicherweise ist es vor allem der selten auftretende Joshua Jackson, der seiner Figur Beau sowohl Sympathie als auch Zwielichtigkeit verleiht und als einziger einlöst, was "Tödliche Gerüchte" am meisten benötigt: Ein unsicheres Gefühl im Zuschauer. Das Drehbuch versucht nämlich die verschwommenen Grenzen zwischen Nachricht und Gerücht auch dem Zuschauer deutlich zu machen, indem es immer wieder Haken schlägt und somit eine "Üblichen Verdächtigen"-Stimmung zu erzeugen versucht. Keiner soll außerhalb der Verdachtsgrenzen liegen. Da hier aber kein Kevin Spacey Glanzleistungen vollbringt und auch Davis Guggenheim als Regisseur eher plump wirkt, funktioniert der Film im Endeffekt allenfalls zeitweise. Hat man sich einmal daran gewöhnt, wie die Haken geschlagen werden, wird "Tödliche Gerüchte" gegen Ende sogar extrem vorhersehbar. Bedenkt man die wunderbare Prämisse, eine ungenügende Leistung. Zurück in die Highschool!




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