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Drei Herren - Ottfried Fischer
Drei Herren - Ottfried Fischer
© Movienet

Kritik: Drei Herren (1998)


Wer ist nun wirklich ver-rückt - Das ist die Frage, die solche Filme wie "Drei Herren" sehenswert machen. Denn diese skurrile und treffsichere Komödie stellt die "Irren" nicht nur in Kontrast zu den "normalen" Dorfmenschen - die, mit wenigen Ausnahmen (der kleine Junge, der sich mit Ivo anfreundet und die schrullig-alte Bäuerin, die Dölken als ihren vom Krieg heimgekehrten Sohn hält...), in einer von Zeit und Geist losgelösten Parallelwelt
zu leben scheinen - sondern über dem vermeintlich "Normalen". Und damit
spielt sozusagen der Film: mit dem immerwährend provozierten
Selbstverständnis unserer Definition des "Normalen". Am deutlichsten wird dies, durch die bis ins Extrem des Ironischen gebrachte Situation der drei Herren : sie werden als "Gäste" zwar gelegentlich wahrgenommen, aber nie verdächtigt, mit den gesuchten "Irren" etwas zu tun zu haben. In dieser Zeit haben sie die Gelegenheit mit einigen Menschen des Dorfs in Kontakt zu treten, und deren "Macken" werden damit für uns sichtbar gemacht. Eine davon ist gar kollektiv, denn fast alle im Dorf jagen lieber einer Phantomgestalt hinterher und gehen dabei fast hysterisch vor; statt sich mit den Details auseinanderzusetzen, oder den sie umgebenden Menschen.

Nikolaus Leytner schafft es hier in einmaliger Art, das Thema um die
Relativität der Begriffe "normal" und "verrückt" auf einem schmalen Grat zwischen melancholisch-poetischer Farce und derb-deftiger Kabarett-Satire
anzusiedeln. Mit feinem Humor und einem Hauch herber philosophischer Ambiguität
beschreibt er menschliche Schwächen und dörfliche Obskuritäten.
Die Menschen in Leytners ländlichem Ambiente, die Dorfbewohner sind es, an
denen sich Dummheit und Borniertheit in karikaturistischer Weise bemerkbar
macht, und so zu recht unter der Kritik fällt, was im eigentlichen Sinne
vorzuwerfen ist.

"Drei Herren" ist ein Film über die subversive Kraft des Irrealen; indem
vorallem dank der exzellenten Darsteller (Ottfried Fischer in seiner ersten
stummen Rolle) der Kern getroffen wird* zwischen "Irrsinn" und "übersinnlicher" Weisheit.





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