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Kritik: Schöne Venus (1999)


Im "Vénus Béaute Institute" (der französische Originaltitel) spielen sich alle Schicksale ab und entgegen des bunten Äusseren des Schönheitssalons sind diese mehr als grau und trist. Keiner hier ist glücklich, doch lobenswerterweise verschont uns Tonie Marshall mit allzu übertriebener Dramatik. Gut, es gibt einen Selbstmordversuch, es gibt die Affäre des jungen Mädchens mit dem dreissig Jahre älteren Mann und natürlich gibt es die amour fou. Aber all dies wird nicht plattgewalzt sondern nur angedeutet. Marshall zeigt uns nicht den Sex von Angèle und ihren Zufallsbekanntschaften und zeigt auch nicht, wie Angèle ihrem Ex-Freund ins Gesicht schiesst und ihn damit für immer entstellt. Den Höhepunkt des Films, die Wiederholung dieser Schussszene durch die eifersüchtige Verlobte von Antoine, sehen wir aus weiter Entfernung.

Und darin liegt der Charme des Films: Die Reduktion auf das Wesentliche, trotz aller Anleihen auf das verspielte Märchen. Keine Großaufnahmen, keine plumpen Rückblenden, keine Zeitlupe – die Regiearbeit ist schnörkellos und gradlinig. Um so mehr konzentrieren wir uns auf die Charaktere. Und die haben, ungeachtet ihres Alters, alle noch zu lernen. Nathalie Baye als Hauptdarstellerin Angèle ist von brüchiger Schönheit. Wohl gerade deshalb schockiert sie in der ersten (auch nur angedeuteten) Sexszene, wo sie sich weniger mädchenhaft als erwartet erweist. Doch ihre verzweifelten Versuche, sich diese Jugendlichkeit zu bewahren sind nur eine Facette unter den vielen Variationen, die sich in "Schöne Venus" mit der Schönheit beschäftigen. Ein Thema, das allerdings unter der alles beherrschenden "Liebe" leicht verschwindet.




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