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Kritik: The Closer You Get (1999)


Es war einmal vor nicht allzu langer Zeit, da schwappte eine Komödie über den Kanal, in der herzerfrischend junge alte Männer vorkamen. Sie fuhren nackt auf dem Motorrad und dachten sich auch sonst lustige Sachen aus. „Lang lebe Ned Devine“ hieß diese gelungene Komödie, welche dann auch ein kleiner Überraschungserfolg bei uns war. Da solchermaßen die Fahrrinne frei geschaufelt wirkte, glaubten die Inselproduzenten, dass man nun wohl mit jedem löchrigen Kahn gefahrlos hinterher schippern könnte. Aber es sind schon Menschen in Pfützen ertrunken und mir selbst gelang es jüngst, ein Pferd vor einer renommierten Apotheke kotzen zu sehen.

Konnte „Grasgeflüster“ gerade noch rechtzeitig soviel Wasser aus dem Boot schöpfen, um nicht abzusaufen, gelingt dies „The closer you get“ nicht mehr. Denn eine Komödie, die mich auf verschrobene Art erreichen will, braucht Charaktere, die irgendwie liebenswert sind. Hier stellte ich nun aber fest, dass die Männer so dumm sind, dass man nicht nur über ihre Schwächen lacht, sondern sie regelrecht auslacht. Das wäre jetzt nicht so schlimm, wenn nicht die ganzen Frauen des Kaffs wild darauf wären, die Idioten auch noch zu heiraten. Irgendwie ist das schon eine ganz besonders intelligente Moral: Egal wie viele Schläge du bereits zu viel auf den Kopf bekommen hast, als man dich im Babyalter als Fussball missbrauchte, wenn keine anderen Männer da sind, lässt dich jede Frau ins kuschelige Bett. Da kann man doch allen, die nicht mehr länger allein sein wollen, nur raten, ab nach Schottland oder Irland. Es gibt noch genügend verschlafene Nester, wo ihr Könige sein könnt. Wofür gibt es denn die freie Wohnsitzwahl in der EU, wenn nicht zum Sex?

„Doof“ paart sich mit „Die Welt endet hinter der Dorfgrenze“. Und da fragen sich alle, wo die Politiker herkommen. „The closer you get“ beantwortet es. Außerdem darf man sich voller Neid die spanischen Fischer angucken, welche als Saisonarbeiter im Norden tätig sind. Das sind richtige Kerle, die gleichermaßen zupacken wie auch gefühlvoll die Seiten der Klampfe zupfen können. Ja, der Südländer ist schon ein lustiger Geselle. Es lebe die Ausbeutung der Mentalität. Und in Spanien, da kann man sich gewiss sein, kommt auch der Postboote mit der Gitarre, um ein Liebeslied zu trällern, während er die nächste Rechnung zustellt. Aber so macht das leben ja erst Spass.





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