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I love you Baby - Jasmin Gerat und Mark Keller
I love you Baby - Jasmin Gerat und Mark Keller
© Warner Bros.

Kritik: I love you Baby (2000)


Das Plakat verspricht vollmundig Maximilian Schell als "Gaststar". Dennoch ist "I Love You Baby" keine Fernsehserie. Regisseur Nick Lyon und der produzierende Hauptdarsteller Mark Keller sehen ihr Kinodebüt eher in der Nähe von "Wild at Heart" und "True Romance". Das haben wir jetzt mal nicht gehört.

Dabei sieht es auf den ersten Blick tatsächlich so aus: der schräge, leicht schmuddelige Look fängt in breitem Kinoformat kriminelle Gesellen ein, die sich höchst unartig benehmen. Das mit allen Wassern gewaschene Bonnie & Clyde-Pärchen, TV-Darsteller Keller und Ex-Moderatorin Gerat, entpuppt sich als das kleinere Übel - die Helden also. Indes reiht die Handlung die Genrestereotypen aneinander - Vorbild war auch "Love And A.45" - um sie erst nach langer Zeit um eigene Ideen zu erweitern.

Derweil fallen die lustlos-einfältigen Dialoge auf, mit denen sich selbst ein Routinier wie Burkhard Driest als perverser Detektiv Decker blamiert. Maximilian Schell hat ebenfalls alle Mühe, die Contenance zu wahren. Wie gut, dass die zahlreichen aufdringlich eingebrachten Filmzitate für Abwechslung sorgen. Und in den schönsten Szenen fehlt es nicht an kitschiger Popmusik vom Schlage "We Are Family" von Sister Sledge.

Wie bereits der verschmähte, doch drastisch unterschätzte "Kaliber Deluxe" kürzlich konstatierte, braucht es Schmerz und Tod, um Tarantino im neuen Jahrtausend zu hofieren. Insofern greift auch Nick Lyon aus dem Vollen. Nach langen Minuten kreativer Siesta wacht "I Love You Baby" im letzten Drittel auf und zeigt, was möglich gewesen wäre: eine fintenreiche Achterbahnfahrt, die sich nicht ihrer Herkunft schämen braucht und mit dem obligatorischen Maß an Over-the-Top-Gewalt zudem gediegen unterhält. Doch dafür fehlt wohl noch das gewisse "Quentchen".




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