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Kritik: Das kleine Buch der Liebe (1997)


Regisseurin Sandra Werneck drehte zumeist gesellschaftskritische Dokumentarfilme, die sich unter anderem mit Prostitution, Kinderarbeit oder Frauen im Gefängnis beschäftigten. Umso erstaunlicher ist, dass ihr mit ihrem ersten Fiction-Film eine leichtfüßige Komödie gelang. Die journalistisch genaue Beobachtungsgabe auch kleinster Einzelheiten hat ihr sichtlich dabei geholfen.

Das Kleine Buch der Liebe führt dem Zuschauer stichwortartig eine Reihe von Ereignissen rund um das Thema Liebe vor. Dabei hat die Geschichte von Luzia und Gabriel nur Beispielcharakter - wirklich originell ist sie nicht. Die Einblendung von Zwischentiteln strukturiert den Film und soll den Eindruck eines Lexikons schaffen. Dabei werden selbst Themen wie "Rache" oder "Perversion" humoristisch interpretiert. Diese Sorte von Mockumentary gab es schon bei Harry und Sally, hier allerdings werden die Kommentare, die immer wieder den Spielfluss unterbrechen, von den Schauspielern direkt in die Kamera gesprochen. Das wirkt bisweilen etwas übertrieben. Es gelingt Werneck zwar, die Spannung zu halten, allerdings leidet das Identifikationspotential der Charaktere stark unter dieser Technik. Dennoch sind beide Hauptdarsteller recht liebenswert. Andrea Beltrao (Luiza) spielt ebenso wie ihr Partner Daniel Dantas (Gabriel) hauptsächlich Soap-Operas, wobei man nicht vergessen sollte, dass die Soap in Brasilien einen ganz anderen Stellenwert hat, als in Deutschland.

Insgesamt ein netter, recht vergnüglicher Film, den man sich mit seinem Lebensabschnittspartner ansehen sollte. Vielleicht nicht am Anfang der Beziehung - und nicht an deren Ende.





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