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Kritik: Pauls Reise (1998)


Vergleicht man René Heisigs einfühlsames Road-Movie um eine fragile Vater-Sohn-Beziehung mit anderen Abschlußarbeiten von Filmhochschulen, dann kann man "Pauls Reise" wohl ohne Gewissensbisse als hervorragende Arbeit bewerten. Nun aber kommt "Pauls Reise" ganz offiziell in unsere Kinos, und so müssen sich die Macher dieses eher als TV-Movie der Woche geeigneten Kinder- und Familienfilms schon fragen lassen, was dieses nette Erstlingswerk eines HFF-Absolventen auf der großen Leinwand verloren hat.
Gefühlvoll aber ohne Sentimentalität ist "Pauls Reise" - und das ist auch gut so, aber nicht genug. Schade etwa, daß die schauspielerischen Leistungen am Kinoniveau vorbeischrammen. Normalerweise loben Filmkritiker bei dieser Gelegenheit gerne das Talent, die Natürlichkeit und die Wahrhaftigkeit des jugendlichen Hauptdarstellers - man denke nur an "Ein Zwilling kommt selten allein" oder "Central Station". Niccolo Matteo Casagrande (was für ein Name!) alias Paul aber hat seine liebe Mühe, den Zuschauer vollends für sein Schicksal einzunehmen, entlarvt das Kino doch jede Nuance von Aufgesetztheit und bemühter Schauspielerei: Nicht jedes Kind ist für die Leinwand geboren.
"Pauls Reise" ist ein visuell schlichter und durchweg unspektakulärer Film mit kleinem Budget, der sich ganz auf die berührende Geschichte der beiden Protagonisten verläßt. Das Ergebnis ist ein Buddy-Movie ohne Happy-End - ein ansprechender Film über über die kindliche Suche nach Liebe und den Wert des Augenblicks.




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