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Kritik: Doug - Der erste Film (1999)


Es ist schon erstaunlich, womit man so alles sein Geld verdienen kann. Da sind die Einen, die wie ich den ganzen Tag an irgend etwas herummäkeln und dafür dann auch noch bezahlt werden, die Nächsten wiederum schwingen große Reden in Parlamenten und wieder Andere zeichnen ekelerregende Fernsehfiguren für die Pause zwischen den Werbeblöcken. Doug ist so ein Produkt der letzteren Gruppe, die angetrieben von der Werbeindustrie immer mehr Macht im Kinderprogramm gewinnt.

Nun finden diese Serien gerade den Weg auf die Leinwand. Letztes Jahr schlug der Film zur "Rugrats"-Serie in den USA so stark ein, daß er selbst die grandios gezeichneten Kinotrickfilme "Der Prinz von Ägypten" und "Mulan" fast egalisierte. Buena Vista (sprich: Disney) dachte nun wohl, das Kinopublikum durchschaut zu haben und zog mit Doug nach, der hierzulande sein Dasein im Vormittagsprogramm fristet. Daß er da auch hingehört, mag uninteressant sein. Erschreckend ist nur die Tatsache, wie billig dieses Möchtegermännchen auch auf der Leinwand erscheint. Nicht nur, daß die Technik noch schlechter als miserabel zu bezeichnen wäre, immerhin scheinen die Figuren von Fünfjährigen entworfen worden zu sein und die Animation wurde wohl ausnahmslos nur auf Hauptakteure beschränkt. Auch die Story wirkt wie eine moralinsaure Verbindung aus Erziehungsmodellen der 50er und Moralvorstellungen des tiefsten Green-Hearts Amerikas. Spießig wäre da fast noch der passendste Ausdruck.

Zur Geschichte selbst: Der Teen Doug ist verliebt und will seiner Freundin imponieren, indem er das böse Schlammmonster findet und den örtlichen Behörden als Held übergibt. Er findet es auch, findet aber heraus, daß es sich um ein liebes Knuddelmonster mit groooßen Kulleraugen handelt. Also sucht er Rat bei seinen Eltern. Da der böse Großindustrielle vom Dienst schon auf der Suche nach diesem Indiz seiner abwassergefährdenden Machenschaften ist, raten sie Doug, das Knuddelviech zu verstecken.
Es ist erstaunlich, wie unverholen dieser Film das ansolute Gegenteil von dem tut, was man eigentlich am ehesten im Kinderprogramm fürchtet. Statt roher Gewalt führt hier die puritanische Predigt zum Ziel. Der Wunschtraum eines jeden Teenagers hat es ja auch zu sein, seine Freundin zum nächsten Ball auszuführen. Ja, ja, damals, als wir dachten, Eis essen wäre das.

"Doug- Sein erster Film" wird hoffentlich auch sein letzter bleiben. Denn nur eins lernen wir wirklich aus diesem verlogenen Eyecatcher für die Werbeindustrie: Der Mittelweg zwischen Gewalt und Predigt ist der richtige. Den Machern scheint dies egal zu sein. Die sehen in den Kindern nur kaufkräftige Schemen, die nicht nur über den Geldbeutel ihrer Eltern, sondern auch über den ihrer Tante, ihres Onkels, ihrer Oma und ihres Opas gebieten. Auch dies versuchen die Macher von Dougs erstem Film nicht einmal zu verschleiern. Dougs täglicher Gang ins benachbarte Einkaufszentrum beweißt dies.





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