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Kritik: Runner (1984)


Ein hartes Schicksal: ohne Eltern auf sich allein gestellt, kämpft Amiro (Madjid Nirumand) Tag für Tag ums Überleben. Die allgegenwärtige Gefahr zwischen Betrug und Raub ließ ihn zu einem verbissenen Kämpfer heranwachsen, der den Glauben an die Welt verloren hat. Statt zu Allah zu beten, fiebert er Flugzeugen und Schiffen entgegen, unerreichbaren Ikonen, die ihn in seinen Träumen ständig begleiten.
Der iranische Regisseur Amir Naderi berührt uns mit seinem fast dokumentarischen Stil unvermittelt, wenn er das bittere Schicksal seines 13-jährigen Protagonisten entblättert. Um sein Werk richtig einordnen zu können, muß man sich die politische Situation des Iran anno 1984 vergegenwärtigen: Fünf Jahre nach der Revolution lebte das Volk weiterhin in erbärmlichen Verhältnissen - von den versprochenen Verbesserungen keine Spur. Zudem litt die Filmindustrie unter der mehrstufigen, intoleranten Zensur, die Kritik am Staat strikt verbot. Um den Zensoren zu entgehen, etablierten sich realistische Dramen aus Kindersicht, zu der auch der letzte Woche angelaufenen "Dance of Dust" gehört.
Elegant verschleiert Naderi die eigentlichen zentralen Themen, das Leid des Volkes, die Sehnsucht nach einer besseren Welt, beide eingebettet in die Metaphorik des ewigen Rennens - Flucht, Jagd und Überleben.
Trotz der subtilen politischen Aussagekraft und einer Fülle von intensiven, ekstatischen Sequenzen fehlt es "Runner" aber an zusammenhängender oder gar stringenter Handlung, die es oft erschwert, sich ganz auf den Film einzulassen.





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