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Kritik: Kinski Paganini (1989)


Fast acht Jahre nach Verscheiden des exzentrischen Schauspielers Klaus Kinski laufen zwei Filme gleichzeitig im Kino, der eine über, der hier von und mit ihm. Ursprünglich sollte "Paganini" eine 12-stündige Mini-Serie fürs Fernsehen werden, doch die Produzenten enthoben Kinski seiner Vollmachten und schnitten das Material zum 81-minütigen Torso zusammen. Jetzt, zehn Jahre nach Entstehung des Künstlerportraits wagt sich ein neu gegründeter Ein-Mann-Verleih, das - milde gesagt - schwierige Werk zu veröffentlichen.

Zu Lebzeiten hatte Kinski daran gearbeitet, eine Biographie über den berühmt-berüchtigten Geigenvirtuosen Niccolo Paganini umzusetzen. Wie tief sich der rabiate Method Actor in sein Traumprojekt hineingesteigert hat, kann man jeder einzelnen Szene von "Paganini" entnehmen. Kinski, der sich allen Ernstes für eine Reinkarnation des italienischen Künstlers hält, verausgabt sich nahezu erschreckend für die Rolle.

In kaum nachvollziehbaren Rückblenden streift er durch Lebensstationen eines begnadeten, aber auch verdammten Genies, dessen unzählige Affären ihm den Hass der Institutionen einbrachten. Kinski ist Zentrum und einziger Anhaltspunkt, ein sexbesessener Solist, der provozieren will. Doch die im optischen Delirium schwebende Bilderflut verstört mehr, als sie fasziniert. Rastlos missbraucht er die Geige, den ganzen Film über. Doch irgendwann ist der Bogen überspannt.





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