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101 Reykjavik
101 Reykjavik
© Kinowelt Filmverleih GmbH

Kritik: 101 Reykjavik (2000)


Die größte Stärke von „101 Reykjavik“ ist, dass Regisseur Baltasar Kormákur darauf verzichtet, seinen Protagonisten zu verraten, indem er ihn ohne Würde lächerlich macht. Dabei bietet das Thema eines heruntergekommenen Taugenichtses, der noch bei seiner Mutter lebt und Arbeit für einen schlechten Witz hält, genug Angriffsfläche, um sich in die einfache Ecke des menschenverachtenden Humors zu stellen. Aber Kormákur ist kein Moralist, welcher mit einem besserwisserischem Strafgericht über seine Figuren herfällt. Bei ihm regiert der liebevolle Blick auf einen Menschen, der es irgendwann verpasst hat, im Leben richtig tritt zu fassen. Die Atmosphäre in „101 Reykjavik“ ist bei aller Komik durchaus von Melancholie geprägt, wenn die Leere im Leben des Arbeitslosen thematisiert wird. Der Alkohol spielt als Daseinsmotor eine größere Rolle, als es für die Hauptfigur gut wäre. So folgt der Film einem Menschen, der sich seit einiger Zeit in seiner trägen Situation eingerichtet hat. Langsam aber sicher gerät dieser Lebensstil jedoch ins Wanken. Mit viel Humor konfrontiert Baltasar Kormákur den Protagonisten mit der Möglichkeit, sein Dasein anders zu gestalten. Als treibende Kraft entpuppt sich die Geliebte der Mutter, Lola, welche nicht ausschließlich lesbisch ist. Aufgrund des einfühlsamen Gespürs für die Sorgen, Nöte, aber auch Bedürfnisse der Charaktere entwickelt sich „101 Reykjavik“ zu einer hinreißenden Komödie, die ihr Thema trotzdem ernst nimmt.




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