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Jason Biggs - Loser - Auch Verlierer haben Glück
Jason Biggs - Loser - Auch Verlierer haben Glück
© Columbia TriStar

Kritik: Loser - Auch Verlierer haben Glück (2000)


"Loser" ist eine etwas ernstere Romanze im College-Milieu, leider aber auch ein Film mit sehr viel mehr Potential, als im Endeffekt ausgenutzt wurde. Zum Glück reißen die guten Darsteller das Schlimmste wieder raus.
Wie kaum ein anderer Film ist "Loser" wunderbar in Schwarz und Weiß aufgeteilt. Der gute Hinterwäldler, die bösen Buben aus reichem Hause, die wunderbare Grunge-Queen und ihr böser Professor. Amy Heckerling, die neben der Regie auch für das Drehbuch verantwortlich ist, schafft es kaum, so etwas wie frischen Wind in das ausgelutschte Genre zu bringen. Im Gegenteil, sie arbeitet mit den abgedroschendsten Methoden, um klar zu machen, an wen sich das Publikum zu halten hat. Nicht nur, dass die drei Mitbewohner Pauls andauernd Parties feiern und damit den guten Paul vom Lernen abhalten, nein, sie müssen den armen, unschuldigen College-Mädels auch noch Drogen unterjubeln, um sie des Nachts gefügig zu halten. Fast schon ärgerlich ist die Aufteilung, die wirklich nur zwei Schubladen zu kennen scheint. Von den Grauzonen, die hinter dem verzogenen Wohlstandsgirlie in Heckerlings "Clueless" auch gute Seiten zuließen, scheint nichts mehr übrig.
Schade, denn dank klasse Darstellern und so mancher Idee, wie zum Beispiel überhaupt der Tatsache, arme Menschen an amerikanischen Hochschulen zu zeigen, wäre "Loser" eigentlich ein Kanidat für Höheres. Doch so sind es eine recht gute Musikauswahl und die sichere, wenn auch nicht sonderlich auffällige Regieleistung, die den Film noch aus dem tiefsten Morast herausheben. Man merkt "Loser" an, dass er sich mehr als Romanze, denn als Teenie-Komödie versteht. Auf Grund der sympathischen Darsteller, die neben den Leads Mena Suvari (ein sehr guter Aspekt von "American Beauty") und Jason Biggs (der beste Aspekt an "American Pie") auch Gregg Kenear umfassen, welcher schon mehr als einmal als klasse Schauspieler in Erscheinung treten durfte (z.B. "Besser geht’s nicht"), ein durchaus gelungener Zug.
Wem die Darsteller gefallen haben, und wer trotz ein paar allzu bemühter Drehbuchkniffe nicht gleich ganz aus der Handlung gerissen wird, der kann "Loser" für sich in Erwägung ziehen. Ich persönlich würde ihn nicht vermissen, hätte ich ihn verpasst. Von dieser Sorte gibt es bekanntlich eine Menge.

Knut Brockmann

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Willkommen zum Teenfilm der Woche! Die Packung enthält: Jason Biggs aus "American Pie" als liebenswerter Trottel, der die halbe Laufzeit eine "Fargo"-Wollmütze trägt. Mena Suvari, das Engelchen aus "American Beauty", die die halbe Laufzeit so unschuldig-süß wie Alicia Silverstone die Augen aufschlägt.
Amy Heckerling, seines Zeichens Experte für seichte Unterhaltung und mit dem nicht so seichten "Clueless" überaus erfolgreicher Regisseur, hat ein Exemplar inszeniert, das mehr als durchschnittlich ist - ein wenig. Ähnlich seines Kassenknüllers offeriert die erste Hälfte plakative Albernheiten, wie sie zu oft auftauchen. Schließlich ändert Heckerling den Komödienton zur Romanze, die besonnen in die kürzlich hinterlassenen Fußspuren von "Boys, Girls & a Kiss" tritt.
Keine Sorge: wirklich originell oder tiefgründig wird der alle Dancehits des letzten Jahres abnudelnde Collegespaß nicht. Sobald Jason Biggs sich vom Kasperl zum unbefleckten Helden gemausert hat, folgt auch die moralische Strafe seiner unehrenhaften Zimmergenossen. Diese erbauliche Rüge bedeutet in biblische Phrasen übersetzt so viel wie: du sollst bei Prüfungen nicht betrügen. Offenbart sich hier ein resignatives Jugendbild?
Fazit: Keine Überraschungen aus Teenland - aber immerhin ein Komödie und Romanze umfassender, verhältnismäßig vergnüglicher Zeitvertreib.




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