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Kritik: Final Fantasy - Die Mächte in Dir (2001)


"Final Fantasy" ist visuell ein hervoragender Film geworden. Trotz Storyschwächen ist der japanische Computerfilm Pflichtprogramm für alle, die Kino auch mit den Augen genießen.

Es war schon häufiger zu lesen, "Final Fantasy" würde das Kino revolutionieren, da man hier echte Schauspieler gegen Computerfiguren ausgetauscht hätte. Ganz so ist es nicht. Zum einen sehen die virtuellen Darsteller einfach nicht so echt aus, als dass sie im "Realfilm" Menschen simulieren könnten, zum anderen kommen die meisten emotionalen Momente noch immer von echten Darstellern, nämlich den Sprechern. Die Figuren selbst wirken meist erstaunlich emotionslos.

Dies soll aber nicht darüber hinwegtäuschen, dass "Final Fantasy" auch trotz des Videospiele-Hintergrunds ein sehr guter Kinofilm geworden ist. Das Ziel der Regisseure Hironobu Sakaguchi und Motonori Sakakibara war weniger, die Realität zu simulieren, sondern eher, eine Mischung aus Animation und "Realfilm" zu schaffen, die Stärken der Beiden verbindet.

Wenn man einen animierten Film sieht, so akzeptiert man Dinge, die sonst unrealistisch wirken würden. Einem "Realfilm" wird dafür meist eine größere Nähe zu unserer Realität nachgesagt. "Final Fantasy" schafft nun ein visionäres und kraftvolles Bild einer Zukunft, die eben nicht unserer Realität entspricht, damit also selten "unrealistisch" wirkt, sondern so etwas wie ein "Paralleluniversum" darstellt, denn gleichzeitig wirkt diese Welt auch nicht wie ein Animationsfilm im herkömmlichen Sinne.

Die Story kann, wie oben gesagt, dem Ganzen keine weitere Note verleihen. Hier wird klassische Slam-Bang Actionunterhaltung geboten, die sich aber erfrischend ernst nimmt. Manchmal hatte ich das Gefühl, in einem Actionfilm aus den 80ern zu sitzen, so wenig Selbstironie wurde als "Schutz" eingebaut. Klar, die Figuren bleiben etwas kalt und man ist nie richtig überrascht, aber es macht irgendwo Spass, wenn man mit einem dicken Grinsen die kernigen Sprüche der Soldaten mitverfolgt. Ein Film muss nicht immer innovativ oder besonders klug sein, um unterhaltsam zu sein, vor allem nicht, wenn man klare Genrekost bietet. So lenkt die Story nicht von der dargestellten Welt ab, zerstört aber auch nicht die intensive Atmosphäre, von der "Final Fantasy" lebt.

"Final Fantasy - The Spirit within" ist ein gutherziger Film geworden. Typisch japanisch in seiner deutlichen (wenn auch wirklich wichtigen) Message und dem sehr spirituellen Hintergrund mag er vielleicht etwas zu sehr aus dem westlichen Filmdenken herausfallen, vielleicht auch deswegen der Flop in den USA. Verdient hat es dieses visuelle Meisterwerk aber nicht. Auch wenn es keine sonderlich innovative Handlung ist, Kino besteht aus mehr. In genau dieses "Mehr" fällt "Final Fantasy", irgendwo wirklich eine finale Fantasie.






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