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Kritik: Signs and Wonders (2000)


Wenn es denn stimmt, dass eine Geschichte immer nur so gut ist wie ihr Ende, dann ist die, die der multikulturell aufgewachsene Regisseur Jonathan Nossiter in "Signs and Wonders" erzählt, eher dürftig. Denn, zugegebenermaßen, der Schluss des Films ist recht unbefriedigend weil unklar. Da der Film ansonsten aber jede Menge Pluspunkte verbuchen kann, ist er, mit leichter Einschränkung, dennoch sehenswert. Der ungewöhnliche Genre-Mix aus Ehedrama und Mystery-Thriller funktioniert über weite Strecken. Das Drehbuch (ebenfalls von Nossiter) legt einen raffinierten Spannungsbogen und sorgt mit seiner allzeitigen Unvorhersehbarkeit für etliche geheimnisumhüllte Überraschungen. Aber der Reihe nach: Alec Fenton, ein Skandinavier mit amerikanischer Staatsbürgerschaft, lebt zusammen mit seiner Frau Marjorie, einer Amerikanerin griechicher Abstammung, und zwei gemeinsamen Kindern in Athen. Fenton, ein erfolgreicher Geschäftsmann, gibt sich einer skurrilen Manie hin: Er glaubt an die Macht der Zeichen und sieht überall im Privat- wie im Geschäftsleben schicksalsbestimmende Hinweise. Der tief verwurzelte Glauben führt dazu, dass er selbst noch so kleine Details als Wegweiser für sein Leben interpretiert und den vermeintlichen Hinweisen ergeben folgt. Fentons Drang, überall Bedeutung und Sinn zu suchen und zu entdecken, führt dazu, dass er eine stürmische Affäre mit einer Arbeitskollegin beginnt. Er verlässt Frau und Kinder letztlich aufgrund rätselhafter Zeichen, in diesem Fall Farbkombinationen. Als ihm aber schon bald der Verdacht kommt, seine Geliebte könne all dies arrangiert haben, um ihm mit seiner Schicksalsergebenheit zu ködern, erfolgt eine erneute 180-Grad-Wende. Fenton kehrt nach Hause zurück und versucht verzweifelt seine Familie zurückzugewinnen. Der Versuch schlägt jedoch zunächst fehl. Verbittert hat sich Fentons Frau mit einem Politjournalisten und ehemaligen griechischen Widerstandskämpfer eingelassen. Aber Fenton lässt nicht locker. Nach seiner Sicht der Dinge - und die kleine Tochter unterstützt hierbei ihren Vater - stehen die Zeichen nicht schlecht. Als schließlich eine Reihe pittoresker Unfälle das Leben von Majories Geliebten bedrohen, nimmt die Tragödie ihren Lauf. "Signs and Wonders" ist ein Film, der mehr von der Stimmung als einer gradlinigen Geschichte lebt. Eine höchst originelle Kameraführung sowie die raffinierte Tonmischung samt dem schwerelosen Soundtrack schaffen eine verstörende Atmosphäre latenter Bedrohung und zunehmender Bodenlosigkeit. Vom Formalen her ist "Signs and Wonders" über weite Strecken grandios. Dazu tragen auch die konzentriert arbeitenden Schauspieler (endlich wieder mal Charlotte Rampling die große Geheimnisvolle) bei. Woran es hapert ist, dass der Film inhaltlich immer ein bisschen mehr verspricht, als er letztlich in der Lage ist einzulösen. Somit bleibt leider das recht diffuse Finale eher haften, als der Rest des ansonsten durchaus innovativen und unterhaltsamen Films.





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