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Kritik: Under Control (1999)


Jackie Chan und wie er die Welt sah: blitzsauber, aseptisch und niedlich - da wird selbst Walt Disney blass. "Gorgeous", so der internationale Titel, zu deutsch: prächtig, verkürzt die Wartezeit auf "Rush Hour 2". Obwohl bereits vor dem letztjährigen "Shanghai Noon" entstanden, erreicht der wieder in Asien entstandene Film mit der üblichen Verzögerung die Kinos. Zudem fehlen in der Kinoversion gut zwanzig Minuten Handlung.

Weiße Luxusjachten, Model-Darsteller und Daytrader Jackie Chans steriles Edel-Apartement sind die Umgebungsvariablen einer bizarren Mischung aus romantischer Komödie mit Verwechslungsplot und deutlich marginalen Showkampf-Einlagen wie von einem Martial-Arts-Demo-Team. Ein Film, wie er künstlicher und für glaubhafte Hormonverwirrungen tödlicher nicht sein könnte.

Der Größenwahn vergangener Actionexzesse ist der Selbstgefälligkeit einer sich produzierenden Belanglosigkeit gewichen, die seichtes und gefälliges Entertainment für ein unbedarftes Publikum bietet. Computeranimierte Delphine sorgen für einen schwer zu überbietenden Niedlichkeitsfaktor, Regisseur Vincent Kok wagt es nicht, den heiteren und wohlwollenden Ton zu trüben. So wird Kino verdorben.

Früher war alles besser. Diesem universellen Motto folgend, enthält zwar "Police Story", einer der ersten typischen Chan-Actionkomödien, die gleiche Inhaltsleere wie 90% Chans übriger Filme, doch die atemberaubenden Stunts transformierten sich gegen Ende der 90er in zunehmend harmlosere, familienfreundlichere Massenware, die hiermit einen vorläufigen Höhepunkt erreicht. Damit folgt der 46jährige leider nur einem allgemeinen Trend.





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