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Kritik: Der Einstein des Sex (1999)


Tierische Rammelbilder – selbst gemalt – zeugen früh vom Talent des jungen Magnus Hirschfeld: Mit 17 geht's dann erstmals fast zur Sache, und auf dem Friedhof, nach dem Tod des Vaters, gibt es den erstes Kuss mit einem anderen Mann.

Viel mehr ist Magnus Hirschfeld jedoch nicht gegönnt: Der Homosexologe führt ein keusches Leben, er darf sich keine Blöße geben. Die Obrigkeit hat ihn stets im Visier, denn in den frühen Jahren des vergangenen Jahrhunderts war die Homosexualität ein Fluch – Selbstmord galt oft als letzte Lösung.

Hirschfeld war ein sehr engagierter Aufklärer, der wissenschaftlich widerlegen wollte, dass Homosexualität, wie man damals natürlich glaubte, eine verachtenswerte Krankheit ist. Rosa von Praunheims Biopic ist – so behaupten Kenner seines Oevres – "der erste richtige Film" des Szene-Regisseurs. Mag sein. Dennoch ist dieser augenzwinkernde Historienfilm weder besonders originell noch relevant, schlägt er doch mittlerweile längst gewonnene Schlachten.

Stars wie Ben Becker überziehen ihre Rolle mit nicht immer angebrachtem Over-Acting, während der Film versucht, sämtliche Spielarten und Problemfelder des Themas anzureißen. Das Resultat ist eine theatralisch-episodenhafte Inszenierung, die, ohne wirkliche Konflikte zu vermitteln, immer an der Oberfläche bleibt.

Kurzum: Das Thema wurde glatt verschenkt.




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