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Family Man - Eine himmlische Entscheidung
Family Man - Eine himmlische Entscheidung
© Kinowelt

Kritik: Family Man - Eine himmlische Entscheidung (2000)


"Was wäre, wenn?" ist ja in Hollywood eine Frage mit steigender Beliebtheit. Streifen wie "Ungeküsst" aus 1998 oder auch "Peggy Sue hat geheiratet" aus dem Jahre 1986, wo sich einmal Drew Barrymore und Kathleen Turner in ihre Highschoolzeit zurückversetzen dürfen, um die vertanen Chancen von einst im zweiten Anlauf wahrzunehmen, kommen in jüngster Zeit immer besser an. Und so springt auch "Familiy man" auf diesen Zug auf, mit mehr oder minder großem Erfolg. Zum einen wirkt das plötzliche Erwachen des aalglatten Brokers Nicolas Cage als umsorgter Family man wie eine platte Kopie von Kafkas "Verwandlung", weswegen sich alle Kafka-Leser zwecks Vermeidung unnötigen Ärgers diesen Film sparen sollten. Zum anderen fiel den Autoren wie auch der Regie kein richtiger Grund für die Herbeiführung einer zweiten Lebenschance ein und so müssen recht hanebüchene Anlässe wie ein Überfall her, für dessen Verhinderung der Noch-Businessman Cage dann ein paar Wünsche offen hat – die sprichwörtliche Fee oder ein kulanter Flaschengeist wären sicherlich überzeugender gewesen. Zum Glück hat der Film mit Nicolas Cage ja noch einen Trumpf in der Hand, zumal seine Fans ja schon seit "Stadt der Engel" nach einem romantischen Auftritt ihres Helden lechzen. In der Tat meistert Cage seine Rolle sowie das wenig glaubwürdige Drehbuch mit gewohnter Routine. Die permanente Angst des Zuschauers, Cage könnte inmitten seiner harmonischen Family plötzlich einen martialischen Ausraster bekommen, kommt dem Film zupass, der Reiz einer brüchigen Idylle ergibt sich in dieser Besetzung ja ganz von alleine. Regisseur Brett Ratner lässt sich von den US-moralischen Lockungen des Drehbuchs glücklicherweise nicht allzu sehr beirren und reizt die Tränendrüsen nur sanft. Übrigens: Wem die Kurzgeschichten von Kurt Kusenberg noch ein Begriff sind, der braucht sich nur seine Story "Wer ist man?" zu Gemüte zu führen und kann sich so einen Begriff davon machen, was mit diesem Film vielleicht hätte gelingen können.




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