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Kritik: Okraina (1998)


“The Outskirts“ lautet der englische Titel. Ein Außenbezirk im Ural als Handlungsort einer pechschwarzen Komödie, die sich am alten russischen Kino orientiert. Die starke Stilisierung des folglich schwarzweißen Oeuvres, das an Eisenstein und Tarkovski erinnert, drängt die Handlung in den Hintergrund.
Doch die ist eine nicht ganz ernst gemeinte Warnung an die weit entfernte Regierung in Moskau, deren bürokratische Auswirkungen Anlass für einen grotesken Rachefeldzug sind. Wettergegerbte Antihelden als Opfer der noch jungen Marktwirtschaft, Synonym für Verderben, für verkrustete Strukturen, die außer auf Marx und Lenin allergisch reagieren. Doch ein Problem brachial aus der Welt zu schaffen, seziert “Okraina“ als Illusion.
Drei grimmige Tore stapfen durch die karge Landschaft um ihr Partisanenscharmützel durchzuführen – ohne jede Strategie. Letztere hat Regienovize Pyotr Lutsik bei der “David-gegen-Goliath“-Variante für Cineasten sehr wohl. Die führt schon mal soweit, dass ein unkooperativer Kolchosenleiter minutenlang in Eiswasser getaucht wird, um später auf sehr merkwürdige Weise reanimiert zu werden. Exzellente Bilder, die dem Anspruch eines Terrence Malick genügen könnten, reduzierte Dialoge, spärliche Erklärungen des Geschehens – die Grundlage einer grausamen Komödie, die im Nachhinein beunruhigt.




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