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Kritik: Marianne Hoppe - Die Königin (1999)


Ein ungemein interessantes, geheimnisvolles und ausdrucksstarkes Gesicht, zeitlos in seiner eigenwilligen Schönheit, steht im Zentrum dieser ebenso ungewöhnlichen Dokumentation. Marianne Hoppe, das merkt man schon bald, gleicht tatsächlich einer Königin, einer herrischen Königin freilich.

Werner Schroeter bedient sich verschiedener Mittel, um dieser eigentümlichen Schauspielerin näher zu kommen, und schöpft doch keines über Gebühr aus. Spielfilmartige Szenen wechseln sich ab mit eingespielten Toncollagen und Ausschnitten alter Hoppe-Filme, die auf eine recht undurchsichtige Art mit Interviews und sehr oft einer sprachlosen Marianne Hoppe vermengt werden. Insbesondere diese eigenwillige Mixtur ist es, die diesen Film so interessant macht. Auffallend auch die Behutsamkeit, mit der sich der Filmemacher der Person Marianne Hoppe nähert. Da wird nicht Frage an Frage gereiht, nein, die alternde Frau muss aus sich selbst herauskommen, doch scheint sie genau das nur im seltensten Falle zu wollen. Schaltet sich der Filmemache selbst ein, so nicht durch geplante Auftritte, sondern spontane Zurufe, Beschwichtigungen und Hilfestellungen. Die ganze Prozedur besitzt die Spannung eines äußerst subtilen Verhörs, bei dem jeder, Befragter wie Verhörender, sämtliche Register zieht, aber nur langsam und allmählich mit der Sache herausrückt. Eingestreute Interviews mit vergleichsweise auskunftsfreudig wirkenden Bekannten der grande dame des deutschen Films verhindern allzu strapaziöse Längen.

Ein meisterlich inszenierter Potpourri, der weniger biographische Aufschlüsse bietet als streiflichtartige Annäherungen an die verschwiegene Seele der Marianne Hoppe.





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