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Kritik: Gangster No. 1 (2000)


Als »Blutiges Epos über das Londoner Gangland der Swinging Sixties« (Filmecho) wird »Gangster No. 1« beschrieben. Blutig stimmt, Epos schon weniger, London stimmt wieder, über Gangland lässt sich streiten, und die Charakterisierung der Swinging Sixties erschöpft sich in einer Party- sowie einer Clubszene.
Als stimmige Einheit erweist sich die Geschichte um den Aufstieg und Fall eines Gangsters nicht. Im London von 1968 wird »Gangster« in die Gang des als »Schlächter von Mayfair« zu Berühmtheit gekommenen Freddie Mays berufen. Ja, genauso wie es sich anhört, stellt sich das auch im Film dar: Einem Einberufungsbefehl gleich erscheint ein Mann bei »Gangster«, sagt ihm, dass er jetzt zu Freddie Mays gehört, und so geschieht es dann. Mitglied in Mays Truppe zu sein gefällt »Gangster« zwar zunächst gut, aber er sieht sein Talent nicht voll ausgeschöpft. Er will der Boss sein. Hinterhältig wartet er auf den richtigen Augenblick, und den Rest der Geschichte kennt man einfach.
Was in der Filmhistorie schon oft als ausladendes Epos erzählt wurde, presst McGuigan in 90 Minuten, womit klar ist, dass er bei dem langen Zeitraum von 1968 bis 1999 bestimmte Entwicklungen nicht erzählen kann. Die ganze Phase von »Gangster« als Boss wird in fünf Minuten abgehandelt, bis am Ende ein letztes Ereignis noch einmal längeren Raum einnimmt. Eine treffende Millieustudie bietet der Film auch nicht, so dass die Konflikte irgendwo im Niemandsland des Pulp verschwinden. Schlecht daran ist, dass es mir deswegen so erging, dass ich kein Mitgefühl mit den Figuren entwickeln konnte. Besonders am Ende war mir »Gangster« so egal wie ein Pelzmantel bei 30°C. Das wilde Grimmassieren von Malcolm McDowell wirkt etwas lächerlich und tut das Übrige zum durchschnittlichen Gesamteindruck.





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