VG-Wort
Die Domain Spielfilm.de verwendet Cookies für funktionale und analytische Zwecke. Durch die Nutzung unserer Seite erklärst Du Dich damit einverstanden. Weitere Cookie-Informationen findest Du hier.

Ok, einverstanden!

oder

Kritik: Einmal Himmel und zurück (2000)


Die Grundidee des Films ist recht originell und deshalb auch keineswegs neu. In den 40er Jahren war die Geschichte des Mannes, der nach allzu frühem Tod zurück auf die Erde geschickt wird und dort eine zweite Chance erhält, bereits zu einem Drehbuch destilliert worden, und zuletzt hatte Warren Beatty aus dem Stoff („Der Himmel soll warten“) eine veritable Komödie gemacht. Nun hat der zumindest in Amerika populäre Komödiant Chris Rock sich der Sache angenommen und sich eine leider nicht sonderlich stimmige Variante auf den schwarzen Leib geschrieben. Die Umsetzung besorgte übrigens Hollywoods jüngstes Regie-Brüderpaar, die Herren Chris und Paul Weitz, die zuvor mit "American Pie" einen Welterfolg abgeliefert hatten. An den werden sie mit ihrem neuen Werk nicht anknüpfen können. Allzu bieder ist die Inszenierung und allzu familientauglich gibt sich das Scherzpotential des Films, das im Übrigen kaum ein Klischee auslässt.

Der schwarze New Yorker Fahrradkurier und Hobby-Komödiant Lance Barton hat einen rabenschwarzen Tag erwischt. Gerade hat er einen Auftritt im berühmten New Yorker "Apollo"-Theater in den Sand gesetzt, da fährt ihn ein Lastwagen brachial über den Haufen. Unversehens landet Lance an der Himmelspforte. Der Heimgeholte beklagt sich bitterlich beim dortigen Manager Mr. King. Tatsächlich stellt sich heraus, das Lance 40 Jahre zu früh das Lebenslicht ausgeblasen wurde. Er erhält eine zweite Chance, muss dafür allerdings in den Körper des skrupellosen weißen Geschäftsmannes Charles Wellington schlüpfen. Schwarze Seele, weiße Haut und dazwischen 40 Jahre Altersunterschied. Somit also genügend Raum für Komplikationen und Verwicklungen. Dennoch schafft es Lance im Körper von Wellington, mit seinem schwarzen Charme dass Herz der erbitterten Anti-Wellington-Aktivistin Sontee zu erobern. Und seine Mitmenschen erkennen den Erzkapitalisten kaum wieder, legt er doch urplötzlich soziales Verhalten an den Tag und gibt tatsächlich Geld für gemeinnützige Zwecke aus.

Doch gerade als die Geigen fürs furiose Happy-End angestimmt werden, treten erneut die himmlischen Heerscharen mit ihrem Hang zur Pfuscherei auf den Plan. Lance soll wieder in seinen alten Körper zurückversetzt werden. Doch der will das nun überhaupt nicht mehr, aus Angst, Sontee zu verlieren....

Neben seiner recht aufdringlichen Bravheit hapert es bei "Einmal Himmel und zurück" vor allem daran, dass die Kernidee des Fims nicht so recht hinhaut. Wenn nämlich der schwarze Lance auf Erden im Körper des fiesen Wellington wandelt, sehen die Filmzuschauer eine andere Person als die Handelnden im Film. Der Film lebt also hundertptozentig von einer Behauptung. Und da die recht gewagt ist, wird der Dreh aufs Nervigste immer wieder erklärt. Das Problem ist, man kapiert es schon, aber es funktioniert einfach nicht so recht. Ein weiteres Manko ist, dass das Drehbuch konsequent die dem Stoff innewohnenden philosophischen Ansätze ignoriert.

All dies ist schade, denn so richtig schlecht ist der Film eigentlich nicht. Man merkt nur ständig, dass er es an vielen Stellen nicht versteht, sein Potential voll auszuschöpfen.





Spielfilm.de-Mitglied werden oder einloggen.