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Kritik: Dark Blue World (2002)


Eine melancholische Dreiecksbeziehung während des zweiten Weltkriegs, in der die Freundschaft zweier Piloten an der Liebe zur gleichen Frau zerbricht: klarer Fall, die Handlung von "Pearl Harbor". Mit diesen übermächtigen Parallelen muss das zur gleichen Zeit entstandene, aber erst jetzt ins Kino kommende Drama von Jan Sverak leben, der sich mit dem Oscargewinner "Kolya" vor fünf Jahren international einen Namen machte. Zwar hagelt es keine polierten Postkartenansichten und Kilotonnen-Bomben, aber die Intention bleibt die gleiche - alles ist eine Nummer kleiner geraten, doch eine pathosfreie Alternative ist dieses schwerfällige Actionmelodram ganz sicher nicht. Hätte Sverak die Mittel Bruckheimers gehabt, dann wäre die Ähnlichkeit vielleicht sogar noch frappierender. Betreibt Bruckheimer die Ehrenrettung der tapferen Amerikaner, rehabilitiert Sverak die tapferen Tschechen. Budgetbedingt treten Freundschaft und Liebe hier stärker in den Vordergrund. Von den (zufälligen) Verwandtschaft abgesehen, orientiert sich Sverak an klassischen Vorbildern (u.a.: "Luftschlacht um England") und pflegt einen angenehm würdevollen Stil, der nicht nur auf der Suche nach der reißerischsten Einstellung ist. Dem sei Respekt gezollt, aber wenn die melodramatischen Wogen hereinbrechen, überschwemmen sie die politischen Hintergründe wie eine Sturmflut die Deiche. Auf mich wirkte das alles etwas fad und altbacken, aber wenn's dem Publikum gefällt, bitte sehr - schließlich war "Dark Blue World" in Tschechien der erfolgreichste Kinohit des vergangenen Jahres.




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