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Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt
Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt
© Walt Disney Studios Motion Pictures Germany

Kritik: Atlantis - Das Geheimnis der verlorenen Stadt (2001)


Wenn man an die Disneys der letzten Jahre denkt, so kann man eine stete Weiterentwicklung sehen. Ein Versuch, sich von alten Konventionen zu lösen, ohne das Ganze zu sehr von der Zielgruppe und deren Erwartungen zu entfernen. So war "Tarzan" ein etwas erwachsenerer Film und bezog sich eher auf ältere Kinder und Jugendliche in seiner Story, hatte dazu die Songs nur noch im Hintergrund. Davor war "Mulan" der erste Film gewesen, der sich mit pubertierenden Mädchen auseinandersetzte und auch so etwas wie Emanzipation mit einbaute. "Atlantis" geht nun wieder einen Schritt weiter, aber auf vollkommen andere Art und Weise. Hier scheint die Botschaft ganz in den Hintergrund zu rücken und auch die Zuschauergruppe nicht mehr so klar definiert sein. "Atlantis" arbeitet mit den Elementen der Action- und Abenteuerfilms, bietet also Genre-Kino in Reinkultur. Um dabei die Zielgruppe nicht ganz zu verlieren, wurde die Nebenfigur mit dem komischen Element auf verschiedene Charaktere verteilt. So gibt es für jeden etwas, die Kinder werden den maulwurfartigen Ausgrabungsspezialist lieben, während Erwachsene die trockenen Sprüche der Funkerin mögen werden. "Atlantis" lebt von seinen rasanten Actionszenen und dem Entdecker-Flair, den das wunderbar animierte und sehr detaillierte Atlantis ausmacht. Hier kommt es zu der interessanteren Geschichte zwischen Entdecker Milo und Eingeborener Kida. Das Geheimnisvolle um Atlantis wird sehr atmosphärisch eingefangen, was vor allem an der brillianten Musik von James Newton Howard liegt, die zwar nicht mehr ganz neu ist, den Film aber perfekt unterstützt. Besonders beeindruckend ist die Klimax des Films und die daran anschließende letzte und fulminante Actionsequenz. Hier fährt "Atlantis" mit passendem Pathos und lautem Chorgesang genau die richtige Stimmung auf, um Gänsehaut zu erzeugen, denn dank der Animation bekommt man atemberaubende Bilder präsentiert. "Atlantis" wurde von Gary Troudsdale und Kirk Wise inszeniert, den Regisseuren des Klassikers "Die Schöne und das Biest". Man mag sich anfangs wundern, warum gerade die Beiden nach ihrem bezaubernden Märchen einen songlosen Actionfilm drehen. Ich finde aber, dass es passt. "Die Schöne und das Biest" war ein klassisches Musical, etwas, was spätere Disneys eben nicht waren, weswegen auch die Songs häufig zu nerven begannen. So wie dieser ein Genre-Film war, ist es auch "Atlantis", nun eben ein Abenteuerfilm im Stile der vierziger Jahre (aus den damals populären pulp-comics stammen übrigens auch die Designs der Figuren). Für die ganz Kleinen mag "Atlantis" deswegen vielleicht etwas zu hart sein, er ist aber auch Disney-gerecht unbrutal, wenn man die Vorlagen als Maßstab nimmt. Wer sich dieses Jahr - wie ich - bei den Event-Movies wie "Tomb Raider" oder "Pearl Harbor" gelangweilt hat, der sollte sich "Atlantis" ansehen. Dieser Film hält, was Bruckheimer versprach.




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