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Kritik: Dead or Alive (2000)


Gleich zwei Filme des mit teils vier Filmen pro Jahr äußerst produktiven jungen japanischen Regisseur Takashi Miike kommen gleichzeitig ins Kino, wobei der Thriller "Audition" der nachhaltigere ist. "Dead or Alive", eine teils bilderstürmende Yakuza-Geschichte, vermeidet zwar tunlichst gängige Konventionen, legt aber mit einem orgiastischen Anfang, einem langatmig-zurückgenommenen Mittelpart und dem apokalyptischen Manga-Finale drei nicht ganz konvergente Stile zusammen.

Anders als Landsmann Takeshi Kitano oder vereinzelte Festivalhits wie "Shark Skin Man and Peach Hip Girl" müht sich Miike nicht um Homogenität oder durchgehende Exzesse. Bei fragmentarischen Subplots und ausufernden Parallelhandlungen braucht man alle Konzentration, um trotz inszenatorischer Statik bei solch inhaltlicher Unschärfe nicht den Überblick zu verlieren.

Zwar bleibt erkennbar, dass Miike dies kunstvoll und bisweilen virtuos gelingt, doch die experimentellen Anleihen gehen stark auf Kosten von Verständlichkeit und narrativem Kontext. Zu den Pluspunkten zählt die Lakonie eines Kitano, die sich in den distanzierten Bildern (vom gleichen Kameramann) äußert. Und mit zahlreichen inhaltlichen und formalen Brüchen wird ein aufgeschlossenes Arthaus-Publikum angesprochen - mehr aber auch nicht.






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